Moderator über Erlebnisse mit AfD-Wählern: "Hat fast etwas Sektenhaftes"

Bremen - Die Wahl in Sachsen-Anhalt samt Erfolg der AfD sorgt weiter für Gesprächsstoff. "Hart aber fair"-Moderator Louis Klamroth (36) teilte seine Eindrücke am Freitagabend in der Talkshow "3nach9".

"Hart aber fair"-Moderator Louis Klamroth (36) war am Freitagabend in der Talkshow "3nach9" zu Gast. (Archivfoto)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Im Gespräch mit Gastgeber Giovanni di Lorenzo (67) berichtete der gebürtige Hamburger von den Erfahrungen, die er in den vergangenen Wochen bei Dreharbeiten in dem Bundesland gemacht habe.

So sei es - anders als noch vor ein paar Jahren - überhaupt kein Problem gewesen, Menschen zu finden, die sich als AfD-Wähler zu erkennen gaben. "Es war eher schwer für uns, Menschen in Sachsen-Anhalt zu finden, die sich nicht zur AfD bekannt haben", verdeutlichte Klamroth.

Beeindruckt habe ihn dabei die Euphorie der Menschen, die mitunter aktiv auf ihn zugekommen seien, um über die Partei zu sprechen. "Inzwischen hat es fast etwas Sektenhaftes, etwas Kultiges. Das war etwas, das ich so noch nicht gesehen habe'", schilderte er.

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Dass alle seine Gesprächspartner Rechtsextremisten gewesen seien, bezweifle er. "Ich glaube aber schon, dass es Menschen waren, die schon sehr genau wissen, wofür die AfD steht und was sie will", räumte er ein. Viele seien jedoch davon überzeugt, dass es "schon nicht so schlimm kommen" werde.

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"3nach9"-Moderator will von Louis Klamroth wissen, ob er Angst hat

Talkshow-Moderator Giovanni di Lorenzo (67) wollte von Klamroth wissen, ob ihm die aktuelle Entwicklung Angst mache. (Archivfoto)  © Radio Bremen/Hendrik Lüders

Der Diskussion, ob sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit der AfD beschäftigen und damit Extremisten eine Bühne geben dürfe, konnte der 36-Jährige nichts abgewinnen. "Die brauchen die Bühne des Öffentlich-Rechtlichen nicht mehr. Sie haben eine eigene Öffentlichkeit", bekräftigte er.

Auf die Frage von di Lorenzo, ob die Entwicklung ihm Angst mache, ging Klamroth auf die Parteien der demokratischen Mitte ein, die er noch nie so rat- und sprachlos erlebt habe. "Das macht mir Sorge. Keine Angst, aber doch Sorge", gestand der Moderator.

Wer die Folge von "3nach9" am Freitagabend verpasst hat, kann sie jederzeit in der ARD-Mediathek nachholen.

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