Grusel-Fund an der Ostsee: Zahlreiche Hinweise durch "Aktenzeichen XY... Ungelöst"

Glücksburg - Nach einem Beitrag von "Aktenzeichen XY... Ungelöst" zum Torso-Fund in Glücksburg an der Ostsee gingen am Mittwochabend fast 100 Hinweise bei der Polizei ein.

Der Torso war in Müllbeutel und einen Matratzenüberzug gewickelt, die wichtige Hinweise zu Täter und Opfer liefern könnten.  © Instagram/polizei.sh

"Es gab ein paar Hinweise auf die mögliche Herkunft der Müllsäcke und auch ein paar allgemeine Hinweise zu dem Matratzenbezug. Und es gab auch Aufrufe zu vermissten Personen. Ob das jetzt zueinander passt, muss man prüfen. Das wird priorisiert und nach und nach abgearbeitet", so eine Polizeisprecherin gegenüber TAG24 zu den Ergebnissen nach der Sendung.

Staatsanwältin Kim Reichardt stellte den Fall am Abend in der ZDF-Sendung vor und nannte weitere Details zu dem im August gefundenen Torso.

"Der Tote trug eine schwarze Unterhose, genauer eine sogenannte Retro-Pants der Firma Carlo Colucci in Größe L", so Reichardt.

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Die Unterhose sei im März 2017 überwiegend im Osten Deutschlands, beim Discounter Norma, im Doppelpack verkauft worden.

Das Leichenteil war zudem in mehreren türkisgrünen Müllbeuteln mit rotem Zugband verpackt. Die Beutel mit einem Fassungsvermögen von 60 Litern haben einen Aufdruck von Symbolen und einer Zahlenfolge.

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise, wo solche Müllbeutel verkauft oder produziert werden.

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Matratzenüberzug nur 300 Mal produziert

Fast 100 Hinweisgeber meldeten sich während und nach der Ausstrahlung von "Aktenzeichen XY... Ungelöst".  © Peter Kneffel/dpa

Zusätzlich zu den Müllbeuteln war der Torso in einen speziellen Matratzenüberzug eingewickelt.

"Es handelt sich um einen Überzug einer Pflegematratze für Dekubitus-Patienten der Firma AKS mit der genauen Bezeichnung Saniflow 2. Diese wurden im Jahr 2016 produziert, wobei wir anhand der Chargennummer feststellen konnten, dass lediglich 300 Stück produziert worden sind", so Reichardt.

Die Überzüge würden in der Regel nur nach ärztlicher Verordnung als Set mit Matratze und einem Kompressor zum Aufpumpen ausgehändigt.

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"Für uns ergeben sich also die Fragen: Wo ist ein solcher Überzug verschwunden und wer hat einen solchen Saniflow-2-Matratzenbezug im September dieses Jahres oder auch zuvor in zweckentfremdeter Verwendung wahrgenommen?", erläuterte die Staatsanwältin.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Überzug aus dem Umfeld des Täters oder des Opfers stammt.

Tod könnte schon mehrere Jahre zurückliegen

In dem Waldstück wurde nur der Torso gefunden. Von Kopf, Armen und Beinen fehlt weiter jede Spur.  © Birgitta von Gyldenfeldt/dpa

Bezüglich des Opfers konnten die Identität, das genaue Alter und die Todesursache bislang noch nicht geklärt werden.

"Nach Einschätzung der Rechtsmedizin handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen Mann, der zum Todeszeitpunkt jedenfalls nicht mehr jung war. Vielmehr deutete der festgestellte Gesundheitszustand darauf hin, dass es sich um einen Mann im mittleren bis älteren Lebensalter handelte", erklärte Reichardt.

Eine genauere Altersbestimmung sei aufgrund des Zustands des Leichnams nicht möglich. "Auch wann der Mann verstorben ist, ließ sich nicht mit Sicherheit feststellen. Es ist also auch durchaus denkbar, dass der Todeszeitpunkt bereits mehrere Jahre zurückliegt, wenn der Leichnam zwischenzeitlich zum Beispiel eingefroren war", so die Staatsanwältin.

Ganz abgeschlossen seien die rechtsmedizinischen Untersuchungen noch nicht. Immerhin könne man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass der Mann blaue Augen hatte und eine helle Haut aufwies. Narben und Tattoos wurden nicht am Torso gefunden.

Das Leichenteil wurde am 11. August bei Glücksburg an der Ostsee im Waldgebiet Friedholz von einem Jäger gefunden. Der Torso dürfte nach Einschätzung der Ermittler erst wenige Tage zuvor dort abgelegt worden sein.

Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterin führen, lobte die Staatsanwaltschaft Flensburg eine Belohnung von 5000 Euro aus.

Zeugen und Hinweisgeber können sich unter der Rufnummer 0461-484 5555 bei der Polizei melden.

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