Unter Weinregal einbetoniert: Ahnungslose Kinder leben jahrelang mit toter Mutter

Königswinter - Die Fassade einer gutbürgerlichen Familie aus Königswinter in NRW bröckelt. Auch aufgrund finanzieller Probleme werden die Risse so tief, dass die Mutter 2008 verschwindet. Der Vater gaukelt jahrelang ein freiwilliges Untertauchen seiner Frau vor. Bis ihre Leiche im Keller des Hauses freigelegt wird.

ZDF-Moderator Sven Voss (l.) geht den Fall mit Ermittler Franz Wirges durch.
ZDF-Moderator Sven Voss (l.) geht den Fall mit Ermittler Franz Wirges durch.  © ZDF/Saskia Pavek

Mit ihren beiden Kindern leben Sigrid (†40) und Gerd P. (46) in einem Reihenhaus im Ortsteil Ittenbach (Rhein-Sieg-Kreis). Der vierköpfige Haushalt hat immer wieder Geldsorgen, die regelmäßig zu heftigen Streitigkeiten führen. All das wird in der neuen ZDF-Folge "XY gelöst" am Mittwoch nachgestellt.

Der Zwist überträgt sich auch auf die beiden Kinder: Ihr Sohn kommt immer wieder zu spät und alkoholisiert nach Hause. Einem Bekannten berichtet die 40-Jährige, dass sie ohne den Nachwuchs längst ein neues Leben angefangen hätte.

Vielen Tiefen folgen ab und an kleine Hochs, die den zerrütteten Familienfrieden aber nicht wiederherstellen können.

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Hinzu kommen noch schlimmere Schwierigkeiten, in die die Gastronomie-Angestellten Anfang 2008 durch die Pleite ihres Arbeitgebers geraten.

XY gelöst: Vater tötet Ehefrau und betoniert sie unter Weinregal ein

XY-Szenenbild: Der Familienvater (M.) zeigt das Grab seiner Frau.
XY-Szenenbild: Der Familienvater (M.) zeigt das Grab seiner Frau.  © ZDF/Saskia Pavek

Am 14. Februar 2008, es ist Valentinstag, erhält die Tochter einen Anruf ihres Vaters, der sie und ihren Bruder überraschend zum Burgeressen einlädt.

Am Lokal angekommen, warten die Jugendlichen vergeblich auf ihre Mutter. Man habe sich am Morgen heftig gestritten, bestätigt ihr Vater. Und spricht von einer Auszeit, die sich die 40-Jährige nehmen wolle.

Über die nächsten Monate und Jahre behauptet der später Verurteilte mehrfach, seine Frau sei daheim gewesen, habe ein paar Sachen geholt und sei nahezu wortlos wieder abgehauen.

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Nach der Vermisstenanzeige der Tochter 2012 wird der Fall auch bei "Aktenzeichen XY" vorgestellt. Das Mädchen selbst bemerkt in dem Beitrag, dass ihr Papa den Ermittlern gegenüber weiterführende Angaben machte als ihr. Sie kommt ins Zweifeln. Und vermutet mehr und mehr, dass er sie getötet hat.

Doch nicht wie vermutet im Garten verbuddelt wird Sigrid P. entdeckt, sondern im Keller. Dorthin führt ihr mittlerweile wiederverheirateter Familienvater die Ermittler selbst. Einbetoniert in den Sockel eines Weinregals wird die Leiche gefunden. Seine Frau hatte er am Valentinstag erwürgt und lebte rund fünf Jahre mit ihr und seinen Kindern, später auch seiner neuen Partnerin, in dem Haus.

2014 wird Gerd P. wegen Totschlags zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Der mittlerweile 52-Jährige wurde 2014 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.
Der mittlerweile 52-Jährige wurde 2014 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.  © Marius Becker/dpa

Die ganze Geschichte seht Ihr am Mittwochabend ab 20.15 Uhr im ZDF oder schon vorab in der Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage: Marius Becker/dpa, ZDF/Saskia Pavek

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