Von Wolfgang Jung
Ludwigshafen/Mainz - Ein sechsjähriger Junge verschwindet, als hätte ihn der Erdboden verschluckt. Es ist der 15. April 1985, ein Montag. Gegen 17 Uhr wird Sven Hollstein zum letzten Mal im Erdgeschoss des Hauses im Ludwigshafener Stadtteil Pfingstweide gesehen. Dann verliert sich seine Spur.
Mehr als vier Jahrzehnte später ist immer noch ungeklärt, was mit dem Kind damals geschah. Jetzt greift das ZDF den Fall in der Fahndungssendung "Aktenzeichen XY ... Ungelöst" erneut auf. Die Ausstrahlung ist für Mittwoch (20.15 Uhr) geplant.
Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen bleibt Sven unauffindbar. Ob der Sechsjährige Opfer eines Verbrechens wurde oder möglicherweise einen Unfall erlitt, ist offen.
Der Fall sei Teil der BKA-Kampagne "Spurlos verschwunden", die an das Schicksal lang vermisster Kinder und Jugendlicher erinnere, teilte XY-Moderator Rudi Cerne (68) der Deutschen Presse-Agentur mit.
Die Hoffnung richtet sich auch auf Menschen, die sich nach so langer Zeit vielleicht an Einzelheiten erinnern. "Die Öffentlichkeit kann Erinnerungen wecken und Menschen erreichen, die damals etwas beobachtet oder später von möglichen Zusammenhängen erfahren haben", betonte Cerne.
Gerade bei einem so lange zurückliegenden Verschwinden könnten Hinweise aus der Bevölkerung für die Ermittler von Bedeutung sein. Die Kriminalpolizei Ludwigshafen hofft deshalb auf neue Anhaltspunkte.
Öffentliche Aufmerksamkeit bedeutet emotionale Herausforderung für die Angehörigen
Die erneute öffentliche Aufmerksamkeit ist für die Angehörigen auch eine emotionale Herausforderung. "Vollständig ausschließen lässt sich eine erneute seelische Belastung leider nicht", räumte Cerne ein und verwies auch auf die jahrzehntelange Ungewissheit.
Bei der Darstellung des Falls verzichte die Sendung "auf unnötig drastische Einzelheiten und jede Form der Sensationalisierung". Für den Fall ist kein eigener Studiogast vorgesehen.
Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0621/96323185 oder über das Kontaktformular entgegen.