Ahnungsloser "Bares für Rares"-Kandidat will nur 200 Euro: Was er dabei hat, ist jedoch "sehr selten"
Köln - Eine alte Bier-Reklame sorgt bei "Bares für Rares" für große Begeisterung. Dass er im Besitz einer echten Rarität ist, war dem Verkäufer gar nicht bewusst. Am Ende kassiert er viel mehr als erhofft.
"Eines der hübschesten Schilder, das ich je gesehen habe", schwärmt Horst Lichter (64) als er die Jever-Werbung zum ersten Mal sieht. Über 35 Jahre lang hatte sie in der Wohnung von Trödelshow-Kandidat Willi an der Wand gehangen.
Über den Verkaufsgrund scherzt der Besitzer: "Ich habe die Biermarke gewechselt und deshalb muss es jetzt weg." Ursprünglich sei das Schild das Geschenk eines Freundes gewesen. Lichter wundert sich indes über die Schrauben an den Seiten.
Diese seien für Emaille-Schilder eigentlich untypisch. Experte Detlev Kümmel (58) klärt sofort auf: Tatsächlich handelt es sich hier um ein Werbeschild mit Hinterglasdruck. "Ach, das ist Glas?", staunt der Moderator.
Auf dem Schild von Jever Pilsener ist ein Kiebitz-Becher abgebildet - ein historisches Markenzeichen der Brauerei als Dank an Fürst Otto von Bismarck, der in enger Verbindung mit der Stadt steht. Seit 1975 ist Schloss Jever das offizielle Logo.
Laut Kümmel stammt das Objekt deshalb aus den 1950er-Jahren. Für sein Alter ist es in einem überaus guten Zustand. Doch was ist es wert? Willi zeigt sich völlig ahnungslos "Vielleicht 200 Euro?", fragt er zögerlich.
Jetzt kostenlos für den News-des-Tages-Newsletter anmelden!
"Bares für Rares"-Händler von Jever-Schild begeistert: "Sehr selten!"
Da muss ihm der Sachverständige jedoch vehement widersprechen, denn das Schild sei eine echte Rarität. Viele davon gibt es nicht, weshalb Kümmel den Wert auf 500 bis 600 Euro taxiert. Damit hat der Verkäufer nicht gerechnet: "Hui, das ist ja super."
Im Händlerraum erkennt auch Friedrich Häusser (73) sofort: "Das ist kein Emailleschild, sondern Glas." Dass das Schild so lange "überlebt hat", findet der 73-Jährige einfach nur "fantastisch". Doch auch die Kollegen sind begeistert von der "wunderschönen Werbung".
Reklame-Schilder hinter Glas bekommen auch die Profis nur selten zu Gesicht, wie sie zugeben. Das erste Gebot kommt von Häusser: Er eröffnet die Auktion mit 150 Euro. "Auf alle Fälle ist es sehr selten", bekräftigt der Händler noch einmal.
Dann schaltet sich Benjamin Leo Leo (53) ein. "Ich finde es toll", flötet er heraus und springt sofort auf 400 Euro. Häusser kontert zwar, doch am Ende erhält der Kollege für 450 Euro den Zuschlag. Willi kann es kaum glauben: Er kassiert mal eben mehr als doppelt so viel wie erhofft.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags ab 15.05 Uhr im ZDF oder bereits vorab in der Mediathek.
Titelfoto: Screenshot/ZDF/Bares für Rares

