"Bares für Rares"-Wirbel um Schild: Original über 100.000 Euro wert, Händler zahlt 80

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Köln - Bei "Bares für Rares" sorgt ein alter Schild für eine spannende Expertise. Warum steht plötzlich ein Wert von über 100.000 Euro im Raum? Am Ende gibt es nur ein einziges Gebot!

Joachim (r.) hat nicht nur seine Tochter Chiara zu "Bares für Rares" mitgebracht, sondern auch einen alten Schild.
Joachim (r.) hat nicht nur seine Tochter Chiara zu "Bares für Rares" mitgebracht, sondern auch einen alten Schild.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

"Wo habt ihr dieses Ding gefunden?", möchte Horst Lichter (64) wissen, nachdem er Chiara und Joachim begrüßt hat. Wie der Verkäufer verrät, stamme das Objekt von seinem Schwiegervater. Verwendung habe er dafür keine. Darum soll es weg.

Experte Colmar Schulte-Goltz ist wie immer gut vorbereitet und kennt weitere Details. Der 52-Jährige spricht sogar von einem "Familienschatz". Der Schild habe sich nämlich ursprünglich im Besitz des französischen Königs befunden. Lichter hakt fassungslos nach: "DER hier???"

Auch das Vater-Tochter-Duo bekommt bereits leichte Schnappatmung, sodass Schulte-Goltz seine Aussage schnell präzisiert. Das Original habe in der Tat Heinrich II. gehört, erklärt er. Seit dem 19. Jahrhundert stehe es im Pariser Louvre-Museum.

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Der um 1880 gefertigte Schild von Joachims Schwiegerpapa sei nur eine billige "Serienkunst" aus galvanisiertem Weißblech. Eine böswillige Fälschung liegt aber nicht vor: "Es ist eine Wertschätzung früherer Handwerkskünste", stellt der Experte klar.

Mit 80 Euro wäre der Verkäufer bereits glücklich. Doch obwohl es sich um Massenware handelt, taxiert Schulte-Goltz den Wert auf 150 bis 200 Euro. Lichter fragt nach dem Original-Preis. "Unbezahlbar, aber sicher im 100.000er-Bereich", eröffnet ihm der Galerist.

Der schmuckvolle Ausrüstungsgegenstand zeigt im Zentrum eine Kampfszene, die Eroberung der Stadt Bonifacio. Leider ist es kein Original.
Der schmuckvolle Ausrüstungsgegenstand zeigt im Zentrum eine Kampfszene, die Eroberung der Stadt Bonifacio. Leider ist es kein Original.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares
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Nur ein Gebot: "Bares für Rares"-Händler zeigen kaum Interesse

Für überschaubare 80 Euro geht der knapp 150 Jahre alte Schild an Walter "Waldi" Lehnertz (59, l.).
Für überschaubare 80 Euro geht der knapp 150 Jahre alte Schild an Walter "Waldi" Lehnertz (59, l.).  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

Im Verhandlungsraum finden den Replika-Schild zwar alle "ganz cool", aber so richtiges Interesse möchte nicht aufkommen. Julian Schmitz-Avila (39) erkennt anhand der Rückseite des Objekts nämlich sofort, dass es sich nicht um ein Original handelt.

Anerkennend hält er fest, dass die Nachahmung "sehr gut gemacht" ist. Bieten möchte der 39-Jährige darauf aber nicht. Als Kind hätte er sich über einen solchen Schild gefreut, aber "aus dem Kind ist ein kluger Kaufmann geworden".

Schließlich landet das Objekt vor den Augen von Walter Lehnertz (59). "Waldi zieht häufig in die Schlacht und der lässt Sie auch nicht hängen", merkt Schmitz-Avila scherzhaft an - und behält recht. Lehnertz bietet nach dieser Steilvorlage tatsächlich seine traditionellen 80 Euro.

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Joachim versucht mit dem Hinweis, dass das Original im Louvre hängt, noch ein bisschen mehr herauszuschlagen. Erfolg hat er mit dieser Taktik nicht. Und so erhält "Waldi" am Ende den Zuschlag. "Die Schlacht kann beginnen", freut sich der Kult-Händler.

"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.

Titelfoto: Screenshot/ZDF/Bares für Rares

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