Chemnitz/Köln - Ein Sammlerstück aus Chemnitz sorgt am Montag in der ZDF-Sendung "Bares für Rares" für einen wahren Bieterwettbewerb und für ein karges Abendbrot bei einem der Händler.
Kein Geringerer als der Chemnitzer Gastronom André Donath (61) hat sich auf den Weg zum Pulheimer Walzwerk bei Köln gemacht, um einen Teller anzubieten. Natürlich handelt es sich nicht um ein einfaches 08/15-Geschirrstück, sondern um einen Teller aus Zeiten des Jugendstils, entworfen von dem belgischen Designer Henry van de Velde (1863–1957, in Chemnitz vor allem durch die Villa Esche bekannt). Dieser hatte das gute Stück um 1904 für die Porzellanmanufaktur Meißen entworfen.
André Donath erzählt im Gespräch mit Moderator Horst Lichter (64) und Expertin Dr. Friederike Werner, dass er den Teller vor etwa 20 Jahren auf einer Auktion erstanden hat. Nun sei er gerade dabei, die Anteile an seinem Restaurant auf dem Gelände der Villa Esche an seinen Geschäftspartner zu verkaufen und der Verkauf des Tellers sei ein Teil des symbolischen Loslassens. Damals hatte er zwischen 800 und 900 Euro dafür bezahlt. Ob die Kunsthistorikerin auch der Meinung ist, dass der Teller so viel wert ist?
"Es ist ein dreipassiges Muster und man sieht sofort, dass die Linie die Hauptrolle spielt", so die Expertin. Für die damalige Zeit sei der Entwurf sehr gewagt gewesen. Die Knauf-Schwerter auf der Rückseite bestätigen, dass es sich um einen Teller aus Meißen handelt und auch ein Signet von Van de Velde ist dort angebracht. Dann gibt es allerdings einen kleinen Dämpfer, denn es handelt sich nicht um erste Wahl, sondern um zweite oder sogar dritte Wahl.
Auf den Schätzwert hat das zum Glück keinen so großen Einfluss. Friederike Werner geht von 800 bis 1200 Euro aus.
Geld geht in die Urlaubskasse
Das entspricht auch den Vorstellungen von Gastronom Donath, der vor dem Treffen mit den Händlern sagt: "Ich bin mittelmäßig entspannt. Ich freue mich auf den Händlerraum und lasse mich überraschen, was passiert."
Im Händlerraum wurde schon mit Adlerblick erspäht, worum es sich bei dem Porzellanteller handelt und entsprechend groß ist das Interesse. Nach einem Einstiegsangebot von 400 Euro versuchen sich schließlich Daniel Meyer und Benjamin Leo Leo gegenseitig zu überbieten.
Am Ende hat Leo mit stolzen 1300 Euro die Nase vorn. Essen könne er aber von dem Teller nur noch Erbsen ohne alles, meint er schmunzelnd. Kurz vor dem Abspann sieht man dann, wie er sich noch einen Schokoriegel mit Horst Lichter auf dem guten Meißner teilt.
André Donath ist am Ende mehr als zufrieden, Wunschpreis und Expertise wurden übertroffen. "Meine Urlaubskasse freut sich", so der 61-Jährige.
Die komplette Sendung "Bares für Rares" ist in der ZDF-Mediathek verfügbar.