Köln - Kuriose Szenen bei "Bares für Rares": Helga hat es erfolgreich in den Händlerraum geschafft und auch ein vierstelliges Gebot steht bereits im Raum. Doch dann meldet sich plötzlich ihr Enkel zu Wort - und sorgt für einen Abbruch der Auktion.
Das Verkäufer-Duo aus Bremen ist mit einer über 100 Jahre alten Bronze-Plastik in das Pulheimer Walzwerk gereist. Wie Helga im Gespräch mit Horst Lichter (64) verrät, habe sie das Objekt vor 50 Jahren mit ihrem Mann bei der Haushaltsauflösung eines Diplomaten erstanden.
Jetzt soll es weg und nach Möglichkeit ein bisschen Kohle in die Kasse spülen. Für den Fall eines erfolgreichen Verkaufs hat das Nordlicht auch schon einen Plan: Der Erlös soll zu gleichen Teilen unter ihren beiden Enkelkindern aufgeteilt werden.
Colmar Schulte-Goltz (53) verortet die Herstellung der Bronze zwischen 1900 und 1925, also in die Phase der sogenannten Ägyptomanie. Damals seien in dem nordafrikanischen Land zahlreiche Pharaonengräber entdeckt worden, unter anderem auch das von Tutanchamun.
Die feilgebotene Plastik stellt genau so eine Grabungsszene dar. Zu sehen ist ein Arbeiter, der den Sarkophag eines Pharaos ausbuddelt. Laut dem Experten könnte es sich um das berühmte Tutanchamun-Grab handeln, belegen ließe sich dies aber nicht.
Lichter erkundigt sich nach dem Wunschpreis. Helga hofft auf 2000 Euro. Schulte-Goltz muss die Erwartungen etwas dämpfen. Er taxiert den Schätzwert auf 1400 bis 1900 Euro. Doch auch damit ist die Verkäuferin einverstanden.
"Bares für Rares"-Verkäuferin gesteht: "Hatte ich mir anders vorgestellt!"
Anschließend geht es für sie und Enkel Robin weiter in den Verhandlungsraum. Keiner der fünf anwesenden Händler hat laut eigener Aussage eine derartige Plastik jemals zuvor schon einmal gesehen. Entsprechend groß ist das Interesse.
Mit 250 Euro startet die Auktion zwar verhalten, aber Fabian Kahl (34), David Suppes (38), Christian Vechtel (51) und Markus Wildhagen (61) treiben den Preis schnell in die Höhe. Bei 1600 Euro gerät die Verhandlung jedoch ins Stocken.
Als Helga die Expertise preisgibt, fühlt sich der Wildhagen in seinem Höchstgebot bestätigt: "Na, dann liege ich ja mittendrin." Die Verkäuferin ist mit der Summe noch nicht zufrieden und fordert "noch etwas mehr".
Plötzlich schaltet sich Enkel Robin ein und erklärt: "Also, ich nehme sie auch gerne und stelle sie mir hin." Damit hat seine Oma nicht gerechnet. Unterstützung erhält der junge Mann von den Händlern. Schließlich knickt auch Helga ein. Die Auktion wird abgebrochen.
Zum Abschied erklärt die Bremerin dann noch vielsagend: "Na ja, das hatte ich mir ja ein bisschen anders gedacht. […] Dafür muss er jetzt seinem Cousin ein paar hundert Euro zahlen, ich wollte das Geld ja zwischen den Jungs aufteilen."
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags ab 15.05 Uhr im ZDF oder bereits vorab in der Mediathek.