Von Ute Wessels
Söll/Ellmau (Österreich) - Millionen von Menschen schalten ein, wenn im ZDF "Der Bergdoktor" läuft. Rund um die Spielorte am Wilden Kaiser boomt der Tourismus. Aktuell laufen die Dreharbeiten für die 20. Staffel der Serie.
Beim "Bergdoktor"-Fanfest am Donnerstag fuhren Dr. Martin Gruber und seine Mama Lisbeth – also die Schauspieler Hans Sigl (57) und Monika Baumgartner (75) stilecht im grünen Oldtimer-Mercedes vor.
Schauplatz der Serie ist die Region um die Gemeinden Ellmau, Going, Söll und Scheffau. Zweimal jährlich gibt es am Wilden Kaiser ein großes Fest für die Fans. Bis zu 5000 Menschen tummeln sich nach Angaben des Tourismusverbandes dann vor der Bühne, um ihre Serienstars einmal hautnah zu erleben. Die Schauspieler bieten ihrem Publikum zum Dank eine unterhaltsame Show mit Musik, Quiz, Selfies, Klamauk, Gewinnspiel und viel Humor.
Nasskaltes Wetter konnte die Fans am Donnerstag nicht abschrecken. Belohnt wurden sie mit einem rasanten Comedy-Auftritt von Hans Sigl und dessen TV-Arztkollegen Mark Keller (61). Die beiden verstehen sich auch ohne Drehbuch bestens.
Monika Baumgartner plauderte bei einer improvisierten Frühstücksrunde mit drei Besuchern: Sie hoffe, noch lange in der Serie mitspielen zu können. Ronja Forcher (30) verloste bei einem Quiz eine gemeinsame Gondelfahrt. Zum Schluss wurde gar der "Bergdoktor"-Superfan gekürt. Die glückliche Gewinnerin kam aus Nordfriesland.
"Bergdoktor"-Fans reisen aus ganz Deutschland zum Wilden Kaiser
Aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus waren Besucherinnen und Besucher angereist: aus Frankfurt und Passau, aus Bad Homburg, Halle an der Saale und der Oberlausitz.
Für die Region stellt die TV-Serie einen enormen Wirtschaftsfaktor dar: Insbesondere für den Sommertourismus habe "Der Bergdoktor" eine große Bedeutung, konstatierte Philipp Ernsting, Marketingleiter beim Tourismusverband Wilder Kaiser. Viele Fans nutzten die Zeit, um die Filmkulissen zu besichtigen und nebenbei Urlaub zu machen.
Zum Erfolgsrezept der Serie gehören spannende, emotionale Geschichten, die liebevoll und mit viel Humor erzählt werden. Schlussendlich steht und fällt der Erfolg aber mit Frontmann Hans Sigl.
Hätte er sich zum Serienauftakt auch nur ansatzweise vorstellen können, den "Bergdoktor" eines Tages im 20. Jahr zu spielen? Ursprünglich seien mal vier Staffeln vorgesehen gewesen, erzählt der 57-Jährige. Und es habe tatsächlich einige Jahre gedauert, bis die Zuschauer das Format angenommen hätten. Die Serie sei anfangs klischeebehaftet gewesen, habe als kitschig gegolten.
Doch nach ein paar Staffeln habe es sich auch gerade beim jüngeren Publikum durchgesetzt.