Grausame Details über Horror-Paar von Höxter: Folter-Hexe mischte Knochen unter Streusalz

Höxter - Dieser grauenerregende Fall vor fast zehn Jahren erschütterte Deutschland: Angelika und Wilfried W. folterten im sogenannten Horrorhaus von Höxter zwei Frauen bis zum Tod. In der ZDF-Doku "Aufgeklärt - Spektakuläre Kriminalfälle" kommen weitere erschreckende Details zutage.

Angelika W. (heute 55) war treibende Kraft bei den Misshandlungen der zwei Frauen, gestand aber umfassend. (Archivbild)
Angelika W. (heute 55) war treibende Kraft bei den Misshandlungen der zwei Frauen, gestand aber umfassend. (Archivbild)  © Marcel Kusch/dpa

So habe die heute 55-jährige Angelika W. es im Laufe der Ermittlungen regelrecht genossen, von den grausamen Einzelheiten ihrer Taten zu erzählen, berichtet der damalige Mordermittler Norbert Freier in der Doku.

Eine Psychologin beschreibt sie als "eine extrem machtbezogene Frau", den heute ebenfalls 55 Jahre alten Wilfried W. hingegen als "manipulativ, aber auch einfältig und in seiner Persönlichkeitsentwicklung zurückgeblieben".

Eines der Opfer, Annika K. (†33), hatte schon einige Jahre vor der Aufdeckung der Taten auf dem Hof des Paares gelebt und sämtliche Misshandlungen über sich ergehen lassen. Bis die Frau schließlich starb.

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Ihre Leiche wurde zerstückelt, die Leichenteile über mehrere Wochen verbrannt. "Das war schon krass, sie hat auch die Zerstückelung im Einzelnen geschildert, das Abtrennen des Kopfes, der Extremitäten", so Freier über die Täterin. "Sie schilderte das in einer absoluten Empathielosigkeit."

Ein Detail lässt das Blut in den Adern gefrieren: Knochenreste ihres Opfers soll Angelika W. zu Pulver zerkleinert und unter das Streusalz gemischt haben, das sie im Winter auf den glatten Straßen des Ortes Höxter-Bosseborn verteilte.

In diesem Haus in Höxter-Bosseborn ereigneten sich die grausamen Taten.
In diesem Haus in Höxter-Bosseborn ereigneten sich die grausamen Taten.  © Marcel Kusch/dpa

Opfer Susanne F. hatte nur noch Körpertemperatur von 28 Grad

Wochenlang waren die Ermittler in dem Haus beschäftigt, um die Geschehnisse vollends aufarbeiten zu können. (Archivbild)
Wochenlang waren die Ermittler in dem Haus beschäftigt, um die Geschehnisse vollends aufarbeiten zu können. (Archivbild)  © Marcel Kusch/dpa

Dass alles aufflog, hat Angelika W. selbst zu verantworten: Es war der 22. April 2016, als sie nach einer Autopanne im niedersächsischen Northeim an der Tür eines Wohnhauses klingelte und die Bewohner bat, ihr ein Taxi zu rufen.

Dass dessen Fahrer sich weigerte, die bewusstlose und halbnackte Frau auf dem Rücksitz des kaputten Wagens mitzunehmen, brachte den Stein ins Rollen. Er rief den Rettungsdienst, der die Verletzte ins Krankenhaus brachte.

"Die Frau hatte am ganzen Körper Hämatome, die Frau hatte einen kahl geschorenen Schädel, die Frau hatte bei Einlieferung eine Körpertemperatur von 28 Grad", erzählt Freier. Alles habe auf körperliche Gewalt hingedeutet.

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Eine Körpertemperatur unter 31 Grad bedeutet in der Regel Lebensgefahr, unter 28 Grad funktionieren die Organe schon nicht mehr richtig. Susanne F. (†41), so hieß das Opfer, starb zwei Stunden später.

Die Polizei ging schnell davon aus, dass die 41-Jährige im Haus von Angelika W. und ihrem Lebensgefährten in Höxter-Bosseborn festgehalten worden war. Das Paar wurde festgenommen.

Für Wilfried W. (heute 55) wurde nach der Haftstrafe eine Unterbringung im Maßregelvollzug angeordnet.
Für Wilfried W. (heute 55) wurde nach der Haftstrafe eine Unterbringung im Maßregelvollzug angeordnet.  © Guido Kirchner/dpa

Keine lebenslange Haft: Wilfried W. wegen geringem IQ nicht voll schuldfähig

Das Ausmaß der Misshandlungen konnten die Ermittler anfangs noch gar nicht erahnen. Erst später fanden sie Hinweise darauf, dass noch eine weitere Frau auf dem Hof des Paares zu Tode gekommen war.

Im Oktober 2018 wurde Wilfried W. zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt, Angelika W. zu 13 Jahren Gefängnis.

Auf lebenslange Freiheitsstrafen verzichtete das Gericht: Angelika hatte umfassend gestanden und zur Aufklärung der Taten beigetragen, Wilfried galt aufgrund seines geringen IQs als vermindert schuldfähig.

Angeblich hätten ihre Opfer jederzeit gehen können, doch warum taten sie es nicht? Auch dieser Frage geht die Doku "Aufgeklärt - Spektakuläre Kriminalfälle: Das Horrorhaus von Höxter" nach. Sie läuft am Samstagabend um 20.15 Uhr bei ZDFinfo oder schon vorab in der ZDF-Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage: Marcel Kusch/dpa, Guido Kirchner/dpa

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