Dreharbeiten zum Dreißigjährigen Krieg in der Lausitz: Historien-Drama beleuchtet die Geschichte der Sorben

Dresden - "BŁUD – Irrlicht" heißt das außergewöhnliche Filmprojekt, welches in den vergangenen zwei Wochen in der Niederlausitz abgedreht wurde. Die Produktion ist in vielerlei Hinsicht absolut bemerkenswert.

Die Firma Awego aus dem Zittauer Gebirge unterstützte den Dreh mit speziell ausgebildeten Filmpferden.
Die Firma Awego aus dem Zittauer Gebirge unterstützte den Dreh mit speziell ausgebildeten Filmpferden.  © Martin Förster

Ein erfahrenes Team aus Film- und Fernsehprofis realisierte den Dreh bisher ohne Filmförderung als ein unabhängiges Projekt.

Alle Akteure - von Drehbuchautor und Regisseur Andreas Dahns (sorgte für Spezialeffekte u.a. bei "Game of Thrones", "Grand Budapest Hotel" und diversen Marvel-Filmen) über die regionalen Schauspieler, Stuntmens bis hin zum Beleuchter - arbeiteten selbstlos, unentgeltlich mit. Der Film wird zweisprachig realisiert – auf Deutsch und Niedersorbisch.

Die Produktion entführt ihre Zuschauer ins Jahr 1633 und in den Dreißigjährigen Krieg. Martin ist ein protestantischer Söldner und mit seinen Gefährten auf der Flucht vor den katholischen, kaiserlichen Truppen.

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TV & Shows Christoph Maria Herbst erinnert Kai Pflaume an "Wetten, dass..?"-Auftritt: "Stehst du auf Rothaarige?"

Nachdem einer von ihnen schwer verletzt wird, suchen sie Zuflucht auf einem abgeschiedenen sorbischen Bauernhof. Janko und Maja leben dort. Die Begegnung der Männer mit dem Paar entwickelt sich zu einer Konfrontation. Martin findet keinen Zugang zu der Welt aus Ritualen, Gebeten und alten Geschichten, in der Janko und Maja leben.

In der Nacht erscheint ihm als Vision die Bózatosó. Die Gestalt aus der sorbischen Mythologie konfrontiert ihn mit seiner eigenen Schuld. Am Morgen entdeckt Martin dann eine geheimnisvolle Kiste. Als kaiserliche Soldaten den Hof überfallen, verteidigt das Bauernpaar diese Kiste mit seinem Leben. Plötzlich bekommt die Kiste ein Eigenleben. Das vertreibt die kaiserlichen Söldner. Martin öffnet daraufhin gewaltsam die Kiste ...

Mitglieder einer Reenactment-Gruppe aus Magdeburg stellten die kaiserlichen Söldner dar.
Mitglieder einer Reenactment-Gruppe aus Magdeburg stellten die kaiserlichen Söldner dar.  © Martin Förster
Und Aktion! Beim Dreh zeigten alle vollen Einsatz - auch der Kameramann.
Und Aktion! Beim Dreh zeigten alle vollen Einsatz - auch der Kameramann.  © Martin Förster
Kaiserliche Söldner brachten im Film Tod und Verwüstung auf den sorbischen Bauernhof.
Kaiserliche Söldner brachten im Film Tod und Verwüstung auf den sorbischen Bauernhof.  © Martin Förster

Sorben-Film wurde im Freilichtmuseum Höllberghof im Naturpark Niederlausitzer Landrücken gedreht

Das Gelände vom Freilichtmuseum Höllberghof im Naturpark Niederlausitzer Landrücken diente als authentische Kulisse.
Das Gelände vom Freilichtmuseum Höllberghof im Naturpark Niederlausitzer Landrücken diente als authentische Kulisse.  © Martin Förster

Packende Story, starke Charaktere, Action mit Pferden und Schwertkämpfen (Stuntteam Awego aus Großschönau), ein Flammeninferno in der Nacht: Der 12-minütige Kurzfilm hat viel von dem, was große Produktionen auszeichnet. Der kurze Spielfilm rückt das sorbische Volk in den Mittelpunkt vor einem historischen Hintergrund, der nur Wenigen bekannt ist. Außerdem stellt er aktuelle Fragen. Was bedeutet Menschlichkeit in Zeiten des Krieges?

Beim Dreh im Freilichtmuseum Höllberghof im Naturpark Niederlausitzer Landrücken entstanden bildgewaltige Szenen. Benjamin F. Wieg (u.a. bekannt durch das Netflix-Feature "Love Me Instead") hat diese kreiert und mit der Kamera eingefangen. Für sie soll im Film nun ein Klangteppich ausgerollt werden, der Musik sorbischer Instrumente mit abstrakten Soundscapes kombiniert.

Mit-Produzent Markus Weinberg (42) betont, dass der Kurzfilm sich klar von Ethno-Kitsch abgrenzen will: "Die Kombination des realen historischen Settings mit der sorbisch-mythologischen Ebene macht die Erzählung erst kompakt und intensiv erfahrbar."

Titelfoto: Bildmontage: Martin Förster (2)

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