Dreiste Masche: Was tun, wenn Stromanbieter Guthaben nicht erstatten?

Stuttgart - Immer wieder erstatten Stromanbieter die Guthaben der Kunden nicht zurück. Die SWR-Sendung "Marktcheck" hat vermutlich eine üble Masche von Stromanbietern aufgedeckt.

Einige Stromanbieter zahlen offenbar systematisch Guthaben von Kunden nicht zurück. (Symbolbild)
Einige Stromanbieter zahlen offenbar systematisch Guthaben von Kunden nicht zurück. (Symbolbild)  © Uli Deck/dpa

Die Reporter der Sendung zeigen Akten, die Hinweise darauf liefern sollen, dass Strom- und Gasanbieter systematisch jahrelang Guthaben nicht an Kunden ausbezahlt haben.

Zunächst: Was bedeutet ein Guthaben bei einem Stromanbieter? Jeden Monat wird eine Zahlung an den Anbieter fällig. Je nach tatsächlichem Verbrauch eines Jahres ergibt sich dann eine Nachzahlung oder ein Guthaben. Und diese Guthaben sollen laut Martktcheck-Recherchen in vielen Fällen nicht erstattet worden sein.

Verbraucher Andreas Thaler hätte im Jahr 2019 über 682 Euro erstattet bekommen sollen, doch dieses Geld ging nie auf dem Konto des Kunden ein.

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"Das ist ein Unding", sagt der Stromkunde und stellt fest, dass eine weitere Gutschrift über 230 Euro nicht ausgezahlt wurde. Über 900 Euro hat der Stromanbieter "immergrün!" offenbar einbehalten.

Thaler ruft bei seinem Stromanbieter an und diese bestätigen das Guthaben. Immerhin verspricht die Mitarbeiterin die Auszahlung der ausstehenden Beträge.

Stromanbieter zahlten nach Aufforderung

Kunden sollten Ihre Abrechnungen überprüfen und sich bei Abweichungen an den Stromanbieter wenden. (Symbolbild)
Kunden sollten Ihre Abrechnungen überprüfen und sich bei Abweichungen an den Stromanbieter wenden. (Symbolbild)  © 123rf/andreypopov

122 Kunden des Stromanbieters "immergrün" erklärten den Reportern gegenüber, dass ihre Guthaben nicht korrekt erstattet wurden. Erst wenn die Kunden den Betrag eingefordert haben, erhielten sie das Geld.

Weitere Recherchen des Magazins zeigen, dass auch andere Stromanbieter die ausstehenden Gelder nicht überweisen. Doris Himmelreich betreibt mit ihrer Familie einen Schreiner- und Zimmereibetrieb und bezog Strom über "PlusStrom". Dieser erstattete 1610 Euro und 685,84 Euro aus mehreren Jahren nicht. Bei einem Anruf beim Anbieter wird versprochen, dass das Geld überwiesen wird.

Mehrere Stromanbieter werden von der Gesellschaft für Messdienstleistung (GFM) telefonisch betreuen. Einige Mitarbeiter geben gegenüber dem Magazin an, dass Kunden nicht auf ausstehende Guthaben hingewiesen werden dürften. Die GFM widerspricht dem in einem Statement in Gänze.

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"Ich finde die Untersuchung spektakulär. Es überrascht mich in dieser Dimension, aber die Systematik dahinter überrascht mich nicht, weil Guthaben eines der großen Probleme in diesem Discounter-Anbieter-Wechsel-Markt ist", sagt Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen der Sendung.

Die Staatsanwaltschaft Köln hat nun sogar die Ermittlungen wegen Betrugsverdacht aufgenommen.

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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