Hindert Schweige-Deal Gil Ofarim zu sprechen? Anwalt: "Ist nicht bekannt"

Gold Coast (Australien)/Leipzig - Der Davidstern-Eklat rund um den Musiker Gil Ofarim (43) schlägt rund zwei Jahre nach Ende des Gerichtsprozesses erneut Wellen. Auslöser dafür sind seine im RTL-Dschungelcamp getätigten Aussagen bezüglich einer angeblichen Verschwiegenheitserklärung. Aber was steckt wirklich dahinter?

Alexander Stevens (r.) vertrat Gil Ofarim (43, M.) vor dem Landgericht Leipzig.  © Hendrik Schmidt/dpa

Egal, welcher Dschungel-Mitbewohner ihn in den vergangenen Tagen im Camp auf seinen erfundenen Davidstern-Skandal angesprochen hatte, Gil Ofarims Antwort blieb gleich: Aufgrund einer Unterlassungserklärung dürfe er nicht über den Fall sprechen und müsse dies auch gar nicht.

Rechtsanwalt Alexander Stevens, der den Musiker während seines Prozesses vor dem Leipziger Landgericht vertrat, erklärt nun gegenüber TAG24, dass sich die Beteiligten unmittelbar nach dem Verfahren "auf eine Verpflichtung zum Schweigen" verständigt hätten.

Dem gegenüber steht ein vom damaligen Nebenklage-Rechtsanwalt Daniel Baumgärtner abgegebenes Statement, in dem er lediglich die vereinbarte Unterlassungserklärung zwischen Ofarim und dem fälschlicherweise als antisemitisch dargestellten Hotel-Mitarbeiter bestätigt. Darin habe sich der Musiker verpflichtet, "bestimmte Handlungen und Aussagen" rund um das Verfahren strafbewehrt zu unterlassen.

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Aber, so Baumgärtner ausdrücklich: "Eine darüberhinausgehende Verschwiegenheitsverpflichtung ist nicht bekannt."

Der Sender RTL wollte sich auf TAG24-Anfrage nicht dazu äußern, ob vor Dschungel-Vertragsabschluss mit Ofarim eine "Verpflichtung zum Schweigen" bekannt war.

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Im Dschungelcamp weigert sich Ofarim weiterhin, über den Prozess zu sprechen oder zumindest Reue zu zeigen.  © RTL

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Daniel Baumgärtner vertrat den Leipziger Hotelmitarbeiter. Von einer zwischen seinem Mandanten und Ofarim vereinbarte Verschwiegenheitsverpflichtung wisse er nichts.  © Hendrik Schmidt/dpa

Zu den von Ofarim selbst getätigten Andeutungen, er habe die Davidstern-Lüge entgegen der Wahrheit nur zugegeben, um den Prozess schneller beenden zu können, wollen sich beide Anwälte gegenüber TAG24 nicht äußern.

Der 43-Jährige hatte im Oktober 2021 in einem Instagram-Video Antisemitismus-Vorwürfe gegen einen Manager des Leipziger Westin-Hotels geäußert. So habe der Mitarbeiter ihn angeblich dazu aufgefordert, seine Davidstern-Kette abzunehmen - andernfalls dürfe er nicht einchecken.

Am sechsten Verhandlungstag vor dem Landgericht hatte Ofarim dann eingeräumt, sich die Anschuldigung ausgedacht zu haben. Das Verfahren wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung gegen war dann vorläufig eingestellt, der Musiker aber zur Zahlung in Höhe von 10.000 Euro verdonnert worden.

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Nachdem die Zahlungsfrist verlängert worden war, konnte das Verfahren schließlich im August 2024 endgültig eingestellt werden.

Trotz seiner vor Gericht getätigten Entschuldigung bei dem Hotel-Manager, sucht man als Dschungelcamp-Zuschauer bisher vergeblich nach einem Zeichen von Reue bei Ofarim.

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