Rostock - Wenn Marita (57) an ihren Partner denkt, strahlen ihre Augen. Schon bald will ihn die Rentnerin trotz knappen Budgets und einiger behördlicher Hürden heiraten.
Seit fast zwei Jahren lebt die Rostockerin in einer Fernbeziehung mit ihrem Berliner Freund. Nach der Hochzeit planen sie ein auch räumlich gemeinsames Leben. "Ich bleibe in meiner Wohnung, er zieht zu mir und gut ist", erzählt sie von ihren Plänen in der RTLZWEI-Sozialdoku "Hartz und herzlich".
Während die 57-Jährige für die Eheschließung "nur Geburtsurkunde und Scheidungsurteil" braucht, sieht es beim Bräutigam anders aus. "Bei ihm ist's bisschen mehr, weil ich ja keinen Deutschen hab'."
Sie fragt vorsichtshalber noch mal über die Sprachfunktion ihres Handys nach: "Was brauche ich, wenn ich einen ausländischen Mann heirate in Deutschland, an Papiere?" Unter anderem wird noch ein Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatstaat benötigt. "Weiß ich nicht, was damit gemeint ist. Das ist Beamtensprache."
Was sie aber weiß: Welche Kleidung bei der Vermählung getragen werden soll. Der Einkaufskorb auf der chinesischen Billig-Plattform "Temu" ist voll. Unter anderem ein Kleid für 16 Euro, eine Anzug-Hose-Kombi für 33 Euro, Schuhe für jeweils 22 Euro und Handgelenk-Schmuck für 1,17 Euro sollen aus Fernost angeflogen kommen.
Die 13 Artikel kosten zusammen knapp 200 Euro. Für die Frau, die Erwerbsminderungsrente bezieht, ein unschlagbarer Preis. Da bleibt dann auch Geld für eine Hochzeitsnacht im Vier-Sterne-Hotel: "Das muss man sich auch mal gönnen."
Hartz und herzlich: Maria entscheidet sich gegen Friseur und für vollen Kühlschrank
Weil Marita kürzlich ihren Nebenjob aufgegeben hat, ist das Geld noch knapper als ohnehin. Deswegen muss sie künftig zur Tafel gehen. Dort will sie nur das holen, was sie auch wirklich braucht.
Wofür sie aber Geld ausgeben will, sind neue Fingernägel. "Den Termin habe ich auf den 1. April verlegt, da kriege ich meine Rente, da kann ich mir das auch leisten. Auch wenn ich zehnmal nicht mehr arbeiten gehe, komme ich trotzdem mit meinem Geld hin."
Obwohl nebenan ein Friseur ist, entscheidet sich die Rostockerin gegen eine neue Frisur. Weil eine Behandlung inklusive Färben rund 160 Euro kosten würde. "Das ist mir zu viel Geld, das mach’ ich nicht. Davon kann man einkaufen gehen, dass der Kühlschrank voll ist."
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