Spektakuläre Lese-Reise mit Stars aus "In aller Freundschaft"

Leipzig - Neun prominente Gesichter des TV-Dauerbrenners "In aller Freundschaft" (IaF) und des Vorabend-Ablegers "In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte" steigen aus ihrer gewohnten Rolle aus und folgen einer Fluchtgeschichte, die genau dort spielt, wo sie nun gelesen wird. Dieses Spannungsfeld beschreibt den Charakter der szenischen Lesung "Sie waren neun. Der Weg in die Freiheit".

Die Darstellerinnen und – darüber in Schwarzweiß – ihre historischen Vorbilder.  © PR

Die literarische Vorlage des Projekts stammt von der US-Autorin Gwen Strauss, die das Schicksal von neun jungen Frauen aus der Résistance rekonstruiert hat.

Sie wurden 1945 durch die Nazis von Leipzig aus auf einen Todesmarsch gezwungen, entkamen jedoch und schlugen sich bis zu den US-amerikanischen Truppen in Colditz durch.

Das Buch verbindet minutiöse Recherche mit erzählerischer Verdichtung und zeigt neben dem Grauen vor allem eines: den Zusammenhalt der Frauen, ohne den die Flucht kaum denkbar gewesen wäre.

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Auf der Bühne – oder besser: entlang der Route – stehen neun Schauspielerinnen, die viele Zuschauer aus den besagten TV-Serien kennen: Andrea Kathrin Loewig (59), Marijam Agischewa (67), Claudia Wenzel (66), Julia Jäger (56), Christina Petersen (35), Rike Schäffer (49), Leslie-Vanessa Lill (32), Sarah Alles (39) und Vanessa Rottenburg (41).

Die Darstellerinnen treten aus einem Format, das für Alltagsnähe steht, heraus in einen historischen Stoff von existenzieller Wucht. Das Besondere: Diese Lesung ist kein statischer Theaterabend. Sie ist eine Reise. Die Aufführungen folgen der tatsächlichen Fluchtroute der neun Frauen – von Leipzig über Wurzen bis nach Oschatz, ergänzt um Stationen wie Dresden.

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Thomas Rühmann entwickelte das Stück

Regisseur und IaF-Star Thomas Rühmann (70).  © BBraun

Der Abend entsteht in der Regie von Thomas Rühmann (70, Dr. Heilmann in "IaF"), von dem auch die Idee stammt.

"Es war wie so oft, wenn ich etwas lese, was mir unter die Haut geht", erinnert sich Rühmann an die erste Begegnung mit dem Stoff.

"Ich laufe dann erst mal ein paar Tage 'verstört' herum. Und dann fängt es an, zu arbeiten. Irgendwann ist die Idee da. Neun Schauspielerinnen auf der Bühne, die dieses unerhörte Buch lesen. Eine Lesereise entlang der Fluchtroute der neun. Beginnend 51 Jahre danach. Am 13. April. An diesem Tag hatte auch der Todesmarsch in Leipzig begonnen."

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Auch die Entstehung der deutschen Buchausgabe, erschienen im Sax-Verlag, ist eine besondere. Die Übersetzung besorgten Jugendliche aus Wurzen unter Leitung von Fabian Hanspach. Ein kollektives Projekt, ausgezeichnet mit dem Margot-Friedländer-Preis.

Das Buch erschien im April 2025 zum Ladenpreis von 24,80 Euro.

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Andrea Kathrin Loewig (59) ist in Merseburg geboren und für die Dreharbeiten zu "In aller Freundschaft" häufig in Leipzig.  © IMAGO / STAR-MEDIA

Er habe relativ schnell gewusst, dass es auf der Bühne neun Darstellerinnen sein müssen, sagt Thomas Rühmann, "damit die Dimension der Gruppe der Frauen deutlich wird, auch ihre Unterschiedlichkeit".

Dass es neun Kolleginnen aus der Serie "In aller Freundschaft" sein müssen, sei auch relativ logisch gewesen, "hier in der Stadt, in der alles begann, in der wir arbeiten, drehen, leben, auf dem Weg zum Drehen durch die Permoser Straße fahren, vorbei an der ehemaligen Munitionsfabrik, in der die neun schuften mussten."

"Sie waren neun" ist mehr als eine Lesung im klassischen Sinn – eher ein Erinnerungsweg. Die Mischung aus prominenten Schauspielerinnen, realen Schauplätzen und einer außergewöhnlichen historischen Geschichte erzeugt eine einzigartige Form der Annäherung.

Termine: 13. April, Leipzig (Nikolaikirche); 14., 15. April, Wurzen (Dom St. Marien); 16., 17. April, Oschatz (Kirche St. Aegidien); 18. April, Dresden (Dreikönigskirche). Tickets ab 29 Euro.

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