Diebstahl auf Festival bei Leipzig wirft Fragen auf: Wie sind die Täter auf das abgesperrte Gelände gekommen?
Großpösna/Leipzig - Rund 30.000 Menschen feierten Mitte August ausgelassen den letzten Abend des "Highfield"-Festivals. Nur wenige Meter von ihnen entfernt wurde indes eine Straftat begangen, zu der die Polizei bis heute ermittelt.
Die Statue "Bella Gruna" blickte seit 2014 auf den Störmthaler See. Nun stehen nur noch ihre Füße, denn Unbekannte haben die Figur gestohlen.
Zuerst wollten die Diebe die Statue wohl an der dünnsten Stelle mit einem Werkzeug abtrennen. "Als dies den ersten Erkenntnissen nach nicht gelungen ist, haben sie die Statue abgebrochen und auf nicht bekannte Art und Weise abtransportiert", so Polizeisprecher Tom-Erik Richter bei "Kripo live" (MDR) am Sonntagabend.
Doch der Fall wirft Fragen auf. Der Bereich, in dem das Kunstwerk stand, war abgesperrt und nur mit Akkreditierung zugänglich. "Nicht jeder Festivalgast durfte sich zu der Statue bewegen", erklärte Daniel Strobel, Bürgermeister von Großpösna.
Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts eines besonders schweren Falls des Diebstahls. Spuren und DNA wurden am Tatort gefunden, auch wenn unklar ist, ob sie den mutmaßlichen Tätern gehören.
Es besteht auch der Verdacht, dass die Täter es auf das Metall abgesehen hatten. "Mutmaßlich werden die Täter das Metall einschmelzen und dann als Schrottwert verkaufen", so Richter. Der Gewinn wäre mit rund 200 Euro Wert wohl überschaubar.
Die Gemeinde lässt nichts unversucht
Die Gemeinde Großpösna südlich von Leipzig will nicht aufgeben. Eine eher unwahrscheinlichere Variante ist, dass die Statue abgebrochen wurde und ins Wasser gefallen ist. Wie der Bürgermeister in der MDR-Sendung erklärte, wird deswegen bald der Wassergrund abgesucht. Wegen der Steillage sei das nicht so einfach.
"Wir möchten sie einfach wiederhaben", betonte Daniel Strobel. Falls jemand die Figur gestohlen hat und sie nun in einer Garage liegt, dürfe man sie auch gern heimlich zurückbringen, so der Bürgermeister.
Der Künstler Jürgen Raiber besitzt noch eine Holzversion der "Bella Gruna" in seinem Archiv. Ihn traf der Diebstahl besonders hart. "Ich war erschüttert. Das ist auch eine Frage der geistigen und emotionalen Bildung. Wie man dagegen zerstörerisch vorgehen kann, das kann ich mir nicht erklären", erzählte er.
Wer am Abend des 16. August beziehungsweise in der Nacht zum 17. August im genannten Bereich etwas beobachtet hat oder Hinweise zum Verbleib der Statue hat, soll sich telefonisch bei der Kripo unter der Rufnummer 0341/96646666 melden.
Die ganze Ausgabe von "Kripo live" vom 18. Oktober könnt Ihr in der ARD-Mediathek streamen.
Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Willnow/dpa; privat

