Leipzig - Zwei Menschen sterben, als Jeffrey K. (34) am 4. Mai mit seinem Auto durch die Leipziger Fußgängerzone fährt. Einer der Ersthelfer der Amokfahrt ist Majeed Yarim, der am Freitagabend mit der "Goldenen Henne" geehrt wurde und gar nicht wusste, wie ihm geschieht.
Schnellen Schrittes geht Moderatorin Esther Sedlaczek (40) in die Richtung des Syrers, lenkt aber zuerst mit einem Plausch mit Hape Kerkeling (61) und Iris Berben (76) ab. Dann aber ist Majeed an der Reihe.
"Ich mag ja die Momente, wo keiner weiß, was auf ihn zukommt, wo überhaupt nicht klar ist, was passiert", so die 40-Jährige, die neben Florian Silbereisen (45) durch den Abend in der Leipziger Messe führte.
"Es gibt Menschen, die müssen gefeiert werden, weil sie anderen geholfen haben in Situationen, in denen es bitter nötig war", beginnt Sedlaczek und findet: "Wir wollen, wir müssen Sie feiern!"
Der Medizinstudent habe Anfang Mai einen Mann auf der Grimmaischen Straße liegen sehen. "Da wusste ich sofort: Ich muss reagieren!" Denn er weiß: Pro Minute sinkt die Überlebenschance nach einem Herzstillstand um zehn Prozent. Nach nur zehn Minuten ist somit quasi keine Rettung möglich.
Die alarmierten Rettungskräfte dürfen den insgesamt fast 500 Meter langen Tatort erst nach dem Go der Polizei betreten, da die Lage erst sondiert werden muss.
Goldene Henne 2026: Rettungskräfte sind auf Ersthelfer angewiesen
Leipzigs Branddirektor Axel Schuh überreicht Majeed Yarim die "Goldene Henne" in der Kategorie "Held des Alltags" stellvertretend für alle Ersthelfer deutschlandweit und stellt heraus, wie wichtig es ist, dass Ersthelfer vor Ort mit der Arbeit beginnen, bevor die Rettungskräfte eintreffen.
Bei der Amokfahrt sei von den Rettungskräften kein einziger Verletzter übernommen worden, der nicht vorher durch Ersthelfer versorgt wurde, lobt Schuh.
Yarim bestätigt: "Das Wissen, das ich eingesetzt habe, ist nicht mehr als was man im Erste-Hilfe-Kurs bekommt." Deshalb fordert er Auffrischungskurse, damit Menschen in brenzligen Situationen genau so reagieren, wie er es getan hat.
Als Anerkennung für die Leistung überreicht Rotkäppchen-Mumm-Chefin Silvia Wiesner dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland (ASB) einen Scheck in Höhe von 25.000 Euro.
Die gesamte Verleihung der "Goldenen Henne 2026" seht Ihr auf Abruf in der ARD-Mediathek.