Deutschland - Ob groß oder klein: Kaum einer kommt an McDonald's vorbei. Mit ihrem breiten Angebot zählt die Fast-Food-Kette nicht umsonst zu den weltweit erfolgreichsten. Doch manch einer ahnt es schon: Wie andere systemgastronomische Unternehmen trickst auch das Franchiseimperium mit speziellen Rezepturen, günstigen Ersatzstoffen und smartem Marketing. Wie sehr, das zeigt Starkoch Sebastian Lege (47) in einer neuen Folge von "besseresser: Die Tricks von McDonald's".
Fans des klassischen McChicken müssen jetzt ganz stark sein. Der beliebte Burger überzeugt zwar optisch mit seinem Long Bun, einem Patty, Eisbergsalat und einer milden Sandwichsauce. "Der McChicken suggeriert Leichtigkeit und Frische", sagt Prof. Dr. Andreas Baetzgen von der HTW Berlin in der ZDF-Sendung. Der Inhalt lässt allerdings zu wünschen übrig.
Statt einem saftigen und vergleichsweise teureren Hähnchenfilet konsumiert der Kunde ein Formfleischprodukt, zusammengesetzt aus Brust- und Schenkelfleisch sowie viel Haut. Welche Teile vom Huhn genau in den Pattys stecken, verrät die Zutatenliste auf der Webseite aber nicht.
Burger King setzt übrigens bei seinem Crispy Chicken auf den gleichen Trick. Und das ist auch nicht verboten, denn für Burger mit Geflügel gibt es keine Vorgaben, wie diese zusammengesetzt werden müssen.
Verbraucherschützer kritisieren die Intransparenz. "Wir haben hier kein hochwertiges Hähnchenfilet in Panade, sondern ein hochverarbeitetes Produkt aus Geflügelfleisch, was nicht Filet sein muss", so Dr. Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin.
Ein Pluspunkt: Es werden mehr Teile vom Tier genutzt.
Das hält Sebastian Lege von der McDonald's-Apfeltasche
Beim legendären McFlurry und der süßen Apfeltasche sieht es erwartungsgemäß nicht besser aus. Das cremige Softeis mit Vanillegeschmack und verführerischen Toppings aus leckeren Markensüßwaren gehört zu den beliebtesten Desserts von McDonald's.
Mit echter Vanille hat das aus viel Zucker, Süßmolkenpulver, Glukosesirup, Guarkernmehl, Binde- und Verdickungsmittel bestehende Eis jedoch wenig zu tun. Stattdessen setzt der Franchisegeber auf die kostengünstigere Variante Vanillin.
"Auf der Zutatenliste steht nämlich nicht 'natürliches Vanillearoma', sondern nur 'Vanillearoma', also kann das komplett synthetisch sein", erklärt Schautz. Bedeutet: Es wird aus Abfällen der Papierindustrie (Lignin) oder aus Erdöl hergestellt. Klingt deutlich weniger appetitlich als eine vollmundige Vanilleschote ...
Auch die Apfeltasche produziert Sebastian Lege nach und deckt auf, dass der Apfelanteil gerade mal bei schlappen 23 Prozent liegt! Seiner Meinung nach sollte McDonald's sein Produkt lieber in "Knuspertasche mit einem Hauch von Apfel" umbenennen.
Was der Starkoch noch so alles enthüllt und was er zum McMuffin sagt, seht Ihr am Dienstagabend, um 20.15 Uhr, beim ZDF oder ab sofort in der ZDF-Mediathek.