Nach Tod von überfallener Rentnerin (†88) in Sachsen-Anhalt: Jetzt spricht ihre Enkelin

Halberstadt - Nach dem Tod einer 88-jährigen Frau, die im November von einem Unbekannten auf der Straße in Halberstadt überfallen worden war, möchte ihre Enkelin nur noch eines: Gerechtigkeit!

Mitten im abendlichen Halberstadt wurde Anneliese Rothe im November überfallen.
Mitten im abendlichen Halberstadt wurde Anneliese Rothe im November überfallen.  © IMAGO / Sabine Gudath

Anneliese Rothe war mit ihren 88 Jahren noch mehr als rüstig, kümmerte sich nicht nur um sich selbst und ihren Haushalt, sondern auch um ihre Familie, die ihr das allerwichtigste war. Ihren Sohn, ihre Enkelin Anne (32) und die Urenkel hat sie regelmäßig gesehen.

"Oma war ein herzensguter Mensch, Familienmensch durch und durch. Dass wir uns oft und regelmäßig gesehen haben, war ihr das wichtigste", erzählt Anne in der MDR-Sendung "Kripo Live"

Doch plötzlich ist die von allen geliebte Mutter, Oma und Uroma nicht mehr da, wird schmerzlich vermisst – und das alles nur, weil ein Räuber an ihre Wertsachen wollte.

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Anneliese war am 23. November vergangenen Jahres am frühen Abend in der Stadt unterwegs, um Einkäufe zu tätigen. Nahe der Kreuzung Schuhstraße/Lichtwerstraße kam plötzlich ein Fahrradfahrer auf sie zu, bremste und versuchte ihr die Handtasche zu entreißen.

Doch die Rentnerin wollte diese nicht so einfach hergeben, stürzte jedoch im Gerangel und schlug mit dem Kopf auf dem Gehweg auf. Eine Zeugin alarmierte sofort den Rettungsdienst, ein Autofahrer verfolgte den Täter, verlor ihn dann aber doch.

Mit einer Hirnblutung, einer gebrochenen Schulter und Lungen- sowie Rippenprellungen wurde Anneliese ins Krankenhaus eingeliefert, lag ein paar Tage auf der Intensivstation, erholte sich aber erstaunlich schnell von dem Überfall und konnte die Klinik wenig später verlassen.

Nach Entlassung aus dem Krankenhaus stirbt die Rentnerin

Der Täter wollte ihr die Handtasche entreißen, wodurch die Rentnerin stürzte. Wochen später erlag sie einem Schlaganfall. (Symbolbild)
Der Täter wollte ihr die Handtasche entreißen, wodurch die Rentnerin stürzte. Wochen später erlag sie einem Schlaganfall. (Symbolbild)  © 123RF/bialasiewicz

Doch die Freude darüber wurde schnell getrübt:

Kurz vor Weihnachten erlitt Anneliese einen Schlaganfall. "Und dann ist sie ja Samstagfrüh im Beisein von Papa und mir verstorben", erzählt Anne und kämpft mit den Tränen. "Ganz friedlich ist sie eingeschlafen."

Nun gilt es den Täter zu finden, ein früherer Zeugenaufruf hat offenbar bisher nichts gebracht.

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Sollte Annelieses Tod durch den Sturz verursacht worden sein, wird gegen den Täter wegen Raubes mit Todesfolge ermittelt. Ein abschließendes gerichtsmedizinisches Gutachten steht laut Polizeisprecher Uwe Becker noch aus.

Für die Familie der Toten ist jetzt nur noch eines wichtig: "Wir erhoffen uns dadurch einfach den Täter schneller zu finden und dass er seine gerechte Strafe dafür bekommt", so Anne. Deshalb haben sie sogar eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro ausgesetzt.

Möglicherweise hat der Mann wenige Tage später erneut im Halberstädter Stadtgebiet zugeschlagen. Einer jungen Frau wurden in der Harmoniestraße offenbar Wertgegenstände von einem Radfahrer entrissen – die Beschreibung soll dieselbe sein wie im Fall von Anneliese Rothe.

Der Täter wird als etwa 1,80 Meter groß und von molliger Statur mit einem runden Gesicht beschrieben und soll kurze blonde Haare tragen. Er war außerdem mit einer grauen Hose und einem schwarzen Pullover bekleidet und hatte einen schwarzen Rucksack bei sich. Wer den Mann erkennt oder weiß, wo er sich aufhält, soll sich dringend unter Tel. 03941-674293 bei der Kripo Halberstadt melden.

Titelfoto: Bildmontage / IMAGO / Sabine Gudath / 123RF/bialasiewicz

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