Plattenbau-Horror: Warum Mieter trotz Schimmel, Kakerlaken und Zerfall nicht ausziehen
Halle (Saale) - Schimmel und Kakerlaken in den Wohnungen, zerbrochene Fenster und Sperrmüll auf den Straßen. Diese Zustände sind für die Mieterinnen und Mieter des Wohngebiets Südpark in Halle-Neustadt (Sachsen-Anhalt) bittere Realität. Die MDR-Sendung "exactly" deckt auf, warum die Situationen oft aussichtslos sind.
Wer die Möglichkeit und finanziellen Mittel hat, ist aus dieser Plattenbau-Siedlung schon längst verschwunden.
Der zunehmende Leerstand wurde heraufbeschworen durch marode Gebäude und eine ausbleibende Instandhaltung. Vermieter machen auf Kosten der Bewohner Profit - so das "exactly"-Urteil.
Pamela Alnajjar möchte weg, doch ihr fehlen die Ressourcen dafür. Sie hat Rheuma, ist arbeitsunfähig und das Geld ist knapp. Also bleibt sie gezwungenermaßen in einer von Schimmel verseuchten Wohnung.
"Bei mir ist das Schlafzimmer komplett voller Schimmel", erzählt sie. Den Raum versucht Pamela deshalb weitestgehend zu meiden.
Die Hoffnung auf eine Behebung des Problems hat sie mittlerweile aufgegeben. Denn die zwei Firmen, denen die Häuser gehören, haben Insolvenz angemeldet. "Der Vermieter hat sich einfach verpisst", ärgert sie sich.
Mit der Insolvenz sinken auch die Chancen der Mieterin, dass sie ihre Kaution wiederbekommt und mit dem fehlenden Geld wird es noch schwieriger, eine neue Wohnung zu bekommen.
Häuser verfallen, Eigentümer und Stadt schauen zu
Wie gravierend die Verhältnisse in den Platten sind, zeigt ein Durchgang durch eines der Häuser. Hier sind der marode Putz samt Dämmung komplett von der Decke gefallen.
"Die sind auch extrem schwer und solche Platten auf den Kopf zu bekommen ist auch nicht schön", erzählt Pamela.
Die Stadt verweist auf die Pflicht des Vermieters und der zieht sich aus der Affäre. Statt Reparaturen anzugehen, werden die Mieter schlichtweg immer wieder vertröstet.
Die gesamte "exactly"-Folge mit dem Titel "Zwischen Schimmel und Sperrmüll – Profit auf Kosten der Mieter" seht Ihr am heutigen Mittwoch um 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen oder vorab in der Mediathek.
Titelfoto: Montage: MDR

