Polsterer verleiht liebevoll restaurierten Elefantensessel: Jetzt ist das Möbelstück weg

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Königshain (Landkreis Görlitz) - Wer glaubt, in den Dörfern der Oberlausitz gibt es kaum etwas zu entdecken, der irrt gewaltig: Die ostsächsische Gemeinde Königshain zieht mit seinem "großen Schatz", dem Barockschloss, nicht nur Touristen an. Auch die rund 1154 Einwohner sind mächtig stolz auf ihren Ort. Einer von ihnen ist Andreas Seidel. Der Raumausstatter beherrscht ein selten gewordenes Handwerk.

Andreas Seidel in seiner Werkstatt beim Polstern eines alten Möbelstücks.
Andreas Seidel in seiner Werkstatt beim Polstern eines alten Möbelstücks.  © MDR/Mathias Schaefer

Wer Omas altes Mobiliar aufhübschen möchte, ist bei ihm genau an der richtigen Adresse. Dabei steht nicht nur die Restauration im Vordergrund, sondern auch das Polstern.

In einem Beitrag der MDR-Reportage "Unser Dorf hat Wochenende" arbeitet der Königshainer an einem alten Stuhl mit klassischer Federung. Die Federn werden "wie vor 100 Jahren auf ein Grundpolster aufgenäht" und müssen in Form gebracht werden, damit sie sich angenehm beim Sitzen anfühlen.

Zwar sind die Auftragsbücher voll. Hin und wieder widmet sich Seidel aber auch eigenen Projekten, wie damals einem seiner persönlichen Meisterwerke: einem Elefantensessel. "Da steckt natürlich ganz viel Liebe drin", erzählt er.

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Das besondere Möbelstück hat Seidel seiner Frau geschenkt. Aufgrund der Größe hatte das Paar den Sessel einem Tierpark zur Leihgabe gegeben. Von dort ist er allerdings verschwunden.

"Vielleicht erkennt ihn jemand wieder. Es wäre cool, wenn derjenige sich melden würde, sodass er wieder bei uns landet", wünscht sich der Polsterer sein Schmuckstück zurück.

Joachim Mühle kennt das Barockschloss wie kein anderer

Vor dem Schloss sitzt Joachim Mühle. Er kennt das Gebäude wie kein anderer.
Vor dem Schloss sitzt Joachim Mühle. Er kennt das Gebäude wie kein anderer.  © MDR/Mathias Schaefer

Joachim Mühle lebt ebenfalls im historischen Königshain und hat 30 Jahre lang den Heimatverein geleitet. Heute ist er Stellvertreter und kennt das barocke Schloss in- und auswendig.

Der Gartensaal des Schlosses, wo Paare standesamtlich verheiratet werden, war früher Mühles Klassenraum. "Wir hatten eine tolle Lehrerin und haben hier auch manchen Unfug getrieben", erinnert sich Mühle an seine Kindheit.

Vor 20 Jahren wurde das prächtige Gebäude saniert und wird heute neben Hochzeiten auch für Ausstellungen sowie kleine Zeitreisen genutzt.

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Während es unter Woche eher ruhig zugeht, kommen am Wochenende einige Schaulustige, um das Schloss und den herrlichen Garten samt Rhododendron-Park zu bewundern.

Tobias Scholze kümmert sich liebevoll um die Blumen und Pflanzen im Schlossgarten.
Tobias Scholze kümmert sich liebevoll um die Blumen und Pflanzen im Schlossgarten.  © MDR/Frank Stuckatz

Für die Pflege ist Landschaftsgärtnermeister Tobias Scholze ehrenamtlich zuständig. Früher spielte er als Kind im Park, jetzt kümmert er sich aufopferungsvoll um die Pflanzen: "Die Blühte belohnt jede Arbeit."

Den informativen Beitrag von "Unser Dorf hat Wochenende" könnt Ihr ab sofort in der ARD-Mediathek anschauen.

Titelfoto: MDR/Mathias Schaefer

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