Merlin klärt seine Mama über Porno-Konsum auf: "Das ist erschütternd!"
Wolfenbüttel - Merlin ist erst acht, als er seinen ersten Porno sieht. Wenige Jahre später ist er süchtig nach den Sexinhalten. Das offenbart der Teenager jetzt erstmals seiner Mutter - vor laufender Kamera.
"Wie Frauen nackt rumgelaufen sind" konsumierte Merlin schon als Achtjähriger. Seine Mutter Inge Bosse hört davon in der ZDF-Doku "Generation Porno" das erste Mal und reagiert überrascht: "Ich habe unterschätzt, dass dich das erreicht."
Nur drei Jahre später sei sein Konsum stark angewachsen, auch bedingt durch die teils stark isolierte Corona-Zeit. "Ich war mehr zu Hause und wusste nicht, was ich machen soll. Da hab ich den ganzen Tag Energy getrunken und Pornos geguckt." Er habe teilweise nur zwei Stunden geschlafen.
Zwischen seinem elften und dreizehnten Lebensjahr habe er an einer "krassen Pornosucht" gelitten, sagt der Niedersachse. "Ich brauchte es, um zufrieden zu sein und habe gemerkt, dass es im Kopf immer weniger auslöst. Für mich war es normal, wenn die Frau brutal behandelt wurde."
Mama Inge ist "von den Socken. Wenn du sagst, du hattest eine Pornosucht - das hätte ich niemals gedacht! Mit 12 dürfte das noch gar nicht so ein Thema für sie sein. Klar ist das spannend und irgendwie verboten, aber das ist auch erschütternd."
ZDF-Doku über Pornokonsum Jugendlicher: Der Scham, über Sexualität zu sprechen
Der heute 17-Jährige schafft es selbst und ohne jemanden zu informieren raus seiner Sucht, nachdem er die Schule mehr und mehr vernachlässigt hatte.
Für Sexualpädagogin Madita Oeming ist Merlin bei weitem kein Einzelfall. "Durchschnittlich sind unsere Kinder mit 10 allein im Internet unterwegs. Ab diesem Zeitpunkt halte ich es für realistisch, dass sie solche Inhalte sehen, sei es auch ungewollt."
Allerdings sei es für die meisten Menschen unangenehm, über Sexualität zu sprechen - egal ob erwachsen oder jugendlich. Insbesondere gelte das zwischen Kindern und ihren Eltern, da man sich gegenseitig nicht in sexueller Interaktion vorstellen möchte.
Die ganze Doku gibt's jederzeit auf Abruf in der ZDFmediathek.
Titelfoto: Bildmontage: ZDF ; ZDF/Maciej Rolbiecki

