Wenn Pornodarsteller an der Tür klingeln: "Dein Sohn sieht uns online an"

Neuseeland - Aufmerksamkeit bei den Jüngsten der Bevölkerung zu erzeugen, ist gewiss nicht immer einfach. Die neuseeländische Regierung hat sich darum etwas ganz besonderes einfallen lassen. 

Ein Mann schaut sich auf einem Computer einen Porno an (Symbolbild).
Ein Mann schaut sich auf einem Computer einen Porno an (Symbolbild).  © Marcus Brandt/dpa

Es ist wahrlich der Albtraum einer jeden Mutter und wohl auch Teenagers. Zwei nackte Pornodarsteller klingeln an der Haustür und begrüßen die verdutzte Mutter mit einem "Hey... dein Sohn sieht uns online an!". Genau dieses Ereignis geschieht in einem Clip, der nun im Auftrag der neuseeländischen Regierung zu Werbezwecken im Land läuft.

Mittels mehreren Videos möchte diese nämlich auf die Tücken des Internets für junge Menschen aufmerksam machen. Online-Sicherheit ist dabei ein wichtiges Stichwort.

In dem rund einminütigen Video, welches kurzerhand viral ging, sieht man die engagierten Schauspieler Sue (Cassandra Woodhouse) und Derek (Paris Theodosiou), welche als Pornodarsteller einer Mutter (Justine Smith) einen ganz schönen Schreck einjagen. Erst einmal erklären sie dieser, dass deren Sohn Matt sie überall ansehe, auf diversen Mobil-Geräten über Laptops bis hin zur PlayStation.

"Eigentlich performen wir nur für Erwachsene", erklärt Sue, "aber dein Sohn ist noch ein Kind! Er weiß vielleicht gar nicht, wie Beziehungen eigentlich funktionieren". Dann stellt die attraktive Lady fest, dass sie und Derek überhaupt nicht über den Akt sprechen, sondern gleich "drauflos legen". Derek erklärt noch, dass er so niemals im realen Leben sein würde, als der besagte Sohn Matt im Hintergrund hereinläuft. Der Junge ist sichtlich geschockt!

Die Mutter reagiert völlig souverän. "Es wird Zeit, dass wir über die Unterschiede von dem reden, was du online siehst und was echte Beziehungen sind", äußert sie sich zu ihrem Sohnemann.

Eine Stimme aus dem Off erklärt, dass viele junge Menschen fälschlicherweise das Internet dazu verwenden, etwas über echte Beziehungen zu lernen. Die Werbung mit dem Namen "Keep it real online" weist auf diese Gefahr die Teenager sowie deren Eltern hin.

Die Aktion erscheint nicht ohne Grund. Eine veröffentlichte Studie aus Dezember 2019 fand heraus, dass ein Drittel aller Pornofilme in Neuseeland sich um nicht einvernehmliche Handlungen dreht. Das sei in der Hinsicht problematisch, da sich viele junge Menschen daran orientieren und dies in ihr Sexual-Leben einbauten. Über diese Information berichtete der Guardian und erwähnt zudem, dass ein Großteil der Teenager sich hauptsächlich auf das Internet als ihre Quelle für Sex und Co. beziehen.

Die Werbeaktion der Regierung liefert noch weitere humorvolle Clips, die sich um ernste Themen drehen. Beispielsweise wird Cybermobbing beleuchtet, sowie der Kontakt zu Pädophilen. Auch der leichte Zugang zu gewaltvollen Videos im Netz wird kritisch dargestellt. 

Zahlreiche Internetnutzer sind von der Werbeidee begeistert. Der Darsteller von Derek ist übrigens hauptberuflich Personal Trainer. Die hübsche Sue ist Model und Schauspielerin. Mit Pornodrehs haben die beiden anscheinend normalerweise nichts zu tun.

Titelfoto: Screenshot/Youtube/Keep It Real Online

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