Extrem-Schwimmer Dr. Joseph Heß wurde im Rhein fast vom Frachter überfahren!

Leipzig - Der Chemnitzer Langstreckenschwimmer Dr. Joseph Heß (35) hat im Sommer den Rhein von der Quelle bis zur Mündung durchschwommen. Für die mehr als 1200 Kilometer brauchte er bei einer etwa 12-stündigen Strecke pro Tag 25 Tage insgesamt. Zu seinen Herausforderungen zählte vor allem der mentale Aspekt der Langstrecke - und seine Verdauung!

Für sein Projekt der Rheindurchquerung hat sich Dr. Joseph Heß (35) mehrere Monate lang vorbereitet.
Für sein Projekt der Rheindurchquerung hat sich Dr. Joseph Heß (35) mehrere Monate lang vorbereitet.  © Uwe Meinhold

Wie der Wirtschaftsingenieur am Freitag im MDR-Riverboat berichtete, gibt es für solche langen Strecken im Wasser bestimmte Mantras, die man sich als Schwimmer immer wieder aufsagen kann.

"Wenn man Glück hat, kommt man in einen Flow-Zustand und bekommt gar nichts mehr mit. Wenn es schlecht läuft, weil man etwa körperliche Beschwerden hat, dann kämpft man nicht nur körperlich, sondern auch geistig", berichtete Heß.

Zu den körperlichen Beschwerden zählen vor allem Verdauungsprobleme. Diese rühren beispielsweise vom Stress oder der Qualität des Wassers her.

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"Außerdem wird die Verdauung ja komplett umgestellt, von der Vertikalen in die Horizontale. Das kann man vorher schwer trainieren", so der Langstreckenschwimmer.

Joseph Heß möchte auch die Donau durchschwimmen

25 Tage brauchte der Extremsportler für seine Rhein-Expedition.
25 Tage brauchte der Extremsportler für seine Rhein-Expedition.  © Kristin Schmidt

Harndrang stellt dann tatsächlich kein großes Problem dar, bei "Nummer zwei" muss der Chemnitzer dann doch kurz von seiner Schwimmerei innehalten.

"Entweder ich schwimme schnell in eine Buhne oder halte mich am Kajak fest, was mich immer begleitet. Dann reiße ich den Neopren-Anzug auf und los geht es", schmunzelte Dr. Joseph Heß.

Während solche Vorgänge maximal unangenehm für etwaige Schwimmer hinter Heß werden könnten, hat sich der Wirtschaftsingenieur aber schon mehrmals in wahrhaftig gefährliche Situationen gebracht.

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"Man ist mit Abstand das kleinste Licht auf dem Fluss. Einmal haben wir eine Flusskreuzung überquert und uns kam ein Frachter entgegen. Das Motorboot vor mir hat er noch gesehen und durchgelassen, als ich passieren wollte, ist er einfach weitergefahren, weil er mich nicht gesehen hat. Da musste ich richtig Gas geben, um an Land zu kommen, sonst wäre ich unter den Frachter gezogen worden", erinnerte sich der Abenteurer.

Gott sei Dank hat der 35-Jährige sein Ziel unbeschadet erreicht. Eine weitere Flussdurchquerung ist noch nicht geplant - mit der Donau liebäugelt der Chemnitzer aber schon seit Langem...

Titelfoto: Uwe Meinhold

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