Leipziger Zoo-Direktor mit kontroverser Aussage: "Es gibt keine bessere Tierhaltung als im Zoo"
Leipzig - Seit mehr als 25 Jahren ist Prof. Dr. Jörg Junhold (62) schon Direktor im Leipziger Zoo, doch Zoos stehen schon lange wegen nicht artgerechter Tierhaltung in der Kritik. Viele Kritiker fordern sogar ihre Abschaffung, der 62-Jährige machte im MDR-"Riverboat" aber eine klare Ansage.
"Es gibt in Deutschland keine bessere Tierhaltung als Tierhaltung im Zoo", sagte er deutlich.
Kritiker könne er nicht verstehen, denn "die meisten beschäftigen sich gar nicht richtig mit uns", so Junhold. Er erklärte, dass die Tiere umsorgt werden von ausgebildeten Tierpflegern, Ärzten und Biologen und viel in ihre Haltung, Ernährung und Gesundheit investiert werden würde.
"Ich kann alle Kritiker nur einladen, kommt zu uns und wir können euch zeigen, dass es allen Tieren gut geht", stellte der 62-Jährige klar.
Wie weit die Fürsorge für die Tiere geht, wurde am Beispiel der Koalas erklärt. Bei Schkeuditz in der Nähe von Leipzig wurde extra eine Eukalyptus-Farm erbaut, wo mehr als 20 verschiedene Sorten wachsen. Die australischen Beuteltiere ernähren sich nur davon und sind auch äußert wählerisch.
Dass dieses Wissen über bestimmte Tierarten verbreitet wird, sei auch eine Aufgabe von Zoos. Junhold erklärte, dass sie einen gesellschaftlichen Auftrag haben und sich dafür einsetzen, dass die natürlichen Lebensräume erhalten bleiben.
Manchmal geht Jörg Junhold alleine durch "seinen" Zoo
Mit dem Masterplan "Zoo der Zukunft" hat Prof. Dr. Jörg Junhold im Jahr 2000 ein gigantisches Projekt angestoßen, den Leipziger Zoo grundlegend saniert und in Themenwelten aufgeteilt. Die Bauarbeiten dauern bis heute und immer wieder kommen neue Bereiche dazu, wie aktuell die begehbaren Vogelwelten "Loriversum" und "Amazonien".
Das alles wäre natürlich nicht möglich, ohne engagierte und leidenschaftliche Tierpfleger. "Die leben für ihre Tiere und tun wirklich alles, damit es sowohl den Tieren als auch den Menschen gut geht", erklärte er.
"Das ist ja nicht nur das Streicheln. Ansonsten ist Tierpfleger sein ein sehr harter Job, vor allem körperlich."
Auch wenn Junhold schon 62 Jahre alt ist, denkt er nicht ans Aufhören. Er sei immer noch mit Leib und Seele dabei. "Ich gehe auch mal alleine ganz für mich durch den Zoo, wenn keine Besucher da sind und das ist schön und macht mich zufrieden und ich bin stolz auf das, was wir geschaffen haben", gestand er.
Die ganze Folge des MDR-"Riverboat" vom 27. März mit weiteren spannenden Gästen und ihren Geschichten könnt Ihr in der ARD-Mediathek streamen.
Titelfoto: IMAGO / STAR-MEDIA

