Karat-Sänger gesteht: "Ich wollte zurück in die DDR!"

Leipzig - Claudius Dreilich (49), Sänger und Sohn von Karat-Ikone Herbert Freilich (†62), verließ als Jugendlicher zusammen mit seiner Mutter die DDR. In der BRD kam er aber gefühlsmäßig nie wirklich an. Das erzählte er jetzt in der Talkrunde im MDR-Riverboat.

Karat-Frontmann Claudius Dreilich (49) wollte "mehrmals" zurück in die DDR.
Karat-Frontmann Claudius Dreilich (49) wollte "mehrmals" zurück in die DDR.  © Eric Münch

Moderatorin Kim Fisher (51) brachte das Gespräch auf Dreilichs Ausreise. "Irgendwann ging es ja für Dich nach der Scheidung Deiner Eltern mit Deiner Mutter ab in den Westen und das wirklich nicht zu Deinem Vergnügen. Du wolltest Halle nicht verlassen." 

Der Sänger erinnert sich zurück: "Nö. Mir ging es gut in Halle und ich habe auch nicht über die Konsequenzen nachgedacht. Als wir den Ausreise-Antrag gestellt haben, war ich 14 Jahre alt und ich hatte nicht diesen Weitblick. Ich lebte hier gern, wir hatten nicht viel, aber das, was wir hatten, hat mir gereicht. Ich hatte tolle Kumpels und Mädchen."

Zwei Jahre nach dem Ausreiseantrag durften Dreilich und seine Mutter in den Westen. "Und dann sind wir ausgereist, als ich 16 Jahre alt war und ich habe mich überhaupt nicht wohl gefühlt in der BRD. Ich hatte zwar zwei sehr nette Freunde in Saarbrücken, mit denen ich bis heute Kontakt habe. Aber mir hat es nicht gefallen."

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Für ihn war das Leben im Westen nicht so wundervoll, wie es sich viele DDR-Bürger ausgemalt haben. Deshalb wollte der Sänger irgendwann auch wieder zurück in seine Heimat - noch vor der Wende! 

"Hast Du versucht, wieder zurück zu können?", wollte Kim Fisher wissen. "Mehrmals", gibt Dreilich zu. "Noch bevor die Mauer gefallen ist. Ich habe drei oder vier offizielle Anträge gestellt, dass ich wieder zurück möchte und zwar alleine. Die wurden nicht beantwortet. Und irgendwann habe ich meinen Vater, den ich häufiger in der BRD gesehen habe als in der DDR - die haben damals viel in der BRD gespielt - gefragt: 'Mensch, kannst Du mir nicht helfen? Und der wollte überhaupt nichts davon wissen."

Herbert Dreilich wollte seinen Sohn nicht wieder in der DDR wissen. Für ihn war klar, dass der Staat, so wie er war, nicht mehr lange existieren würde. "Er sagte: 'Bist Du bescheuert? Du gehst auf keinen Fall dorthin zurück. Die machen Dir das Leben zur Hölle. Du bleibst jetzt bitte schön hier. Und irgendwann erledigt sich das hier sowieso'. Das waren wirklich seine Worte. Schon damals! Das war ungefähr 1987", so der heutige Karat-Frontmann. 

Und sein Vater sollte Recht behalten…

Titelfoto: Eric Münch

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