Kino-Star vor TV-Sendung völlig von der Rolle: "Ick bin in 'ner Talkshow, ick kann's nicht fassen"
Leipzig - Irgendwann ist immer das erste Mal: Schauspieler Alexander Scheer (49) feierte am Freitagabend im MDR-"Riverboat" seine Talkshow-Premiere - und war ganz schön aufgeregt, bevor es losging.
Moderatorin Kim Fisher (56) ließ ihre Follower nach der Sendung in einer Instagram-Story großzügig am Lampenfieber des Talkshow-Neulings teilhaben. Zunächst sind beide zu sehen, doch dem gebürtigen Berliner fällt es schwer stillzustehen - er zappelt schließlich im Hintergrund herum.
"Das ist einer von den Gästen, die ein bisschen nervös sind", kommentiert die Talk-Queen schmunzelnd. "Aber ich fang' ihn schon ein."
Als die Sendung schließlich begonnen hat und Fisher gerade mit Gregor Gysi (78) beschäftigt ist, wendet sie sich plötzlich an den Schauspieler, weil er sich als Jugendlicher nachts gern die Bundestags-Debatten mit dem Linken-Politiker angeschaut hat.
Bevor Scheer antwortet, kann er aber nicht anders und bringt - in feinstem Berlinerisch - noch einmal seine Freude über die Einladung zum Ausdruck: "Erst mal: Ick bin in 'ner Talkshow, ick kann's nicht fassen. First time in so 'ner Talkrunde."
Knapp eine Stunde später ist er dann auch selbst an der Reihe und steht Fisher Rede und Antwort. Mittlerweile hat die Aufregung etwas nachgelassen: "Ick hab mich jetzt ein bisschen akklimatisiert, ick find's jetzt wirklich ganz nett hier", grinst er.
Alexander Scheer im Riverboat: Gundermann war eine seiner größten Rollen
Der Schauspieler hat ein Faible für Rollen als Musiker, darunter Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards (82) in "Das wilde Leben" oder Liedermacher Gerhard Gundermann (†43) in "Gundermann". Ab Ende März ist er außerdem mit seiner Band auf Tour, um die größten Hits von Weltstar David Bowie (†69) auf die Bühne zu bringen.
Eine seiner bekanntesten Rollen als Gundermann zu bekommen, war allerdings gar nicht so einfach, wie er verrät. Zunächst habe er den Musiker gar nicht gekannt, sich dann aber intensiv mit ihm beschäftigt, nachdem er von den Filmplänen des Regisseurs Andreas Dresen (62) erfahren hatte.
"Ich habe ihm eine Mail geschrieben: Andi, den spiel' ick dir mit allem, was ick habe. Er hat nicht reagiert", berichtet der 49-Jährige. "Ich bin ein Jahr um den rumgetanzt." Dabei hat er sich offenbar einiges einfallen lassen, sich sogar als Gerhard Gundermann verkleidet. Alles umsonst - zunächst.
Irgendwann hat Dresen ihn dann aber doch noch erhört, und die Arbeit ging los. Innerhalb von acht Wochen musste er nicht nur die Rolle lernen, sondern auch die Lieder des Mannes, der 1998 so jung einem Schlaganfall erlegen war.
Ein hartes Stück Arbeit, für das Scheer 2019 mit dem Deutschen Filmpreis belohnt wurde. Wer ihn live erleben will: Es gibt noch Tickets für die "HEROES"-Show zum Beispiel im Gewandhaus in Leipzig am 8. Mai. Seinen Auftritt im "Riverboat" seht Ihr in der MDR-Mediathek.
Titelfoto: IMAGO / STAR-MEDIA

