Schock-Diagnose: Ute Freudenberg (66) hat Parkinson

Leipzig - Es war kein einfaches Gespräch, das Kim Fisher (52) und Ute Freudenberg (66) am Freitag im "Riverboat" führten. Die "Jugendliebe"-Sängerin gab in der Talkshow nämlich ihre Parkinson-Erkrankung bekannt.

Ute Freudenberg (66) will sich von ihrer Erkrankung nicht unterkriegen lassen.
Ute Freudenberg (66) will sich von ihrer Erkrankung nicht unterkriegen lassen.  © MDR/Michael Schöne

Bisher habe sie private Rückschläge oder Krankenhaus-Aufenthalte stets für sich behalten, in diesem Fall entschied sie sich nun aber für den Schritt in die Öffentlichkeit. Denn: "Ich habe jetzt eine Krankheit, die man sieht. Und die kann ich nicht einfach wegschweigen."

Insbesondere Utes rechter Arm und ihre Hand machen ihr zu schaffen. "Ich habe eine Handschrift gehabt, die überall immer ganz viel Lob und Freude hervorgerufen hat. Die hab ich jetzt nicht mehr, die ist weg aufgrund von Parkinson", erzählte die 66-Jährige.

Dadurch musste sie sich in den vergangenen Jahren mehrmals mit Situationen arrangieren, die sie an ihre Grenzen brachten. So könne sich noch ganz genau an den Moment erinnern, als Fans auf sie zukamen und um ein Autogramm baten.

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"Ich kann dann doch nicht sagen: 'Pass mal auf, Alter, ich hab Parkinson. Ich kann nicht schreiben'" - weshalb sie sich verschiedene Ausreden habe einfallen lassen müssen, um aus diesen Situationen zu entkommen. "Ich habe diese Menschen quasi enttäuscht. Und das will ich nicht mehr, weil ich das nicht bin. Ich möchte, dass meine Fans und alle, die das interessiert, wissen, dass ich diese Krankheit habe."

Deshalb habe sie ganz bewusst ihren Auftritt im "Riverboat" genutzt, um ihre Diagnose zu verkünden: "Und ich bin richtig froh, dass ich das jetzt gesagt habe."

Ute Freudenberg über Parkinson-Erkrankung: "Altwerden ist wirklich nix für Feiglinge"

Ute Freudenberg steht bereits seit Jahrzehnten auf der Bühne - hier beispielsweise im Jahr 1999 in Dresden. Daran soll sich auch mit Parkinson nichts ändern.
Ute Freudenberg steht bereits seit Jahrzehnten auf der Bühne - hier beispielsweise im Jahr 1999 in Dresden. Daran soll sich auch mit Parkinson nichts ändern.  © Morgenpost Sachsen

Gemerkt, dass etwas nicht stimmte, habe Ute vor rund vier Jahren während einer Autogrammstunde, als ihr plötzlich "Stromschläge" durch den Arm fuhren und sie nicht mehr in der Lage war, ihren Stift zu halten.

Was danach folgte, war der Gang von einem Arzt zum nächsten, bis sie schließlich im Mai 2018 in einer Marburger Klinik die Schock-Diagnose Parkinson erhielt.

Sie erinnere sich noch genau an die unmittelbare Zeit nach dem alles entscheidenden Kopfscreening, befand sich tagelang in einer Schockstarre. Dann dachte sie sich: "Ach du Scheiße. Altwerden ist wirklich nix für Feiglinge. Jetzt kommt was auf dich zu."

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Doch in dieser schwierigen Zeit kam Ute vor allem ihre Kämpfernatur zugute: "Und dann hab ich gesagt: So, jetzt muss ich mich drauf einstellen", berichtete sie. "Das ist auch der Rat, den ich anderen Menschen immer gebe: drauf einstellen und das Beste draus machen."

Sie wolle sich der Krankheit nicht hingeben, sondern deren Verlauf stattdessen verlangsamen - mithilfe von guter Ernährung, viel Sport und einem positiven Mindset: "Meine Freude an meinem Beruf hat sich nicht verändert, meine Stimme hat sich nicht verändert. Ich hab einfach viel zu viel Freude am Leben, als dass ich mich davon unterkriegen lasse."

Und das ist auch gut so: In diesem Jahr feiert die Schlagersängerin ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum, will 2023 mit einer großen Show auf Deutschland-Tour gehen. Und da soll es für Fans dann Autogrammkarten geben, die bereits mit ihrer Unterschrift bedruckt wurden.

Titelfoto: MDR/Michael Schöne

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