So wurde Andreas Kieling unbeabsichtigt zum Beschützer einer wilden Bärenfamilie

Leipzig - Andreas Kieling (66) gilt als einer der bekanntesten Dokumentarfilmer Deutschlands und verbrachte einen Großteil seines Lebens in der Wildnis. Im "Riverboat" verriet der 66-Jährige nun, wie er auf einer Expedition unbeabsichtigt zum Beschützer einer Bärenfamilie wurde.

Andreas Kieling (66) war am Freitag im "Riverboat" zu Gast. (Archivbild)
Andreas Kieling (66) war am Freitag im "Riverboat" zu Gast. (Archivbild)  © IMAGO / STAR-MEDIA

"Wie bist du auf den Bären gekommen?", fragte Moderator Matze Knop (51) den Dokumentarfilmer.

"Ehrlich gesagt habe ich drei Jahre gebraucht, um den Bären zu verstehen, von ihrem Wesen, ihrer Seele nach", erinnert sich Kieling. "Ich bin auch vorbelastet nach Alaska gegangen: Die sind gefährlich, menschenmordend, wenn du denen zu nah kommst, beißen sie dich."

Nachdem er sich zunächst den Eisbären gewidmet hatte, sei dann sei Interesse für Grizzlys gewachsen. "Es gab erstaunlich wenig Unfälle in all den Jahren", sagte Kieling zur Verblüffung der anderen Talkgäste. Schließlich war der Tierfilmer 2023 von einem Bären attackiert und schwer verletzt worden. "Ich bin eigentlich mit Bären extrem gut ausgekommen."

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Eine Geschichte sei ihm jedoch bis heute besonders im Gedächtnis geblieben. Bei einem Dreh hatte sich eine Bärenmutter so sehr an seine Anwesenheit gewöhnt, dass sie sogar mit ihren Jungen Schutz beim ihm suchte.

Bei Facebook zeigte Kieling im August 2023, wo der Bär zugebissen hatte.
Bei Facebook zeigte Kieling im August 2023, wo der Bär zugebissen hatte.  © Screenshot/Facebook/Andreas Kieling

Bärenmutter flieht mit ihren Jungen vor Artgenossen

Im Mai 2023 wurde Andreas Kieling in den Karpaten von einem Bären angegriffen und dabei schwer verletzt. (Symbolbild)
Im Mai 2023 wurde Andreas Kieling in den Karpaten von einem Bären angegriffen und dabei schwer verletzt. (Symbolbild)  © C. Adams/Grand Teton National Park/AP/dpa

"Sie hat festgestellt, dass größere Bärenmännchen, die aggressiv sind, sich immer fern von mir hielten", erklärt Kieling.

"Weil diese alten Bärenmännchen offensichtlich mit Menschen schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ich war daher so etwas wie ein natürlicher Schutzschild gegenüber dem fremden Bären."

Es sei dabei durchaus möglich, dass die Mutter vor dem Vater der Kinder Reißaus genommen habe: "Bären leben durchaus kannibalisch, sie haben schließlich keine natürlichen Feinde."

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Bei dieser Gelegenheit erklärte der 66-Jährige auch, warum seine Haut, besonders im Gesicht, häufig gerötet erscheint. "Ich habe überall totale Erfrierungen", so Kieling. "Wenn ich jetzt rausgehen würde, würden diese Stellen überall wieder erscheinen, sie sind halt einfach nur noch schlecht durchblutet."

Zugezogen hatte er sich diese Erfrierungen zumeist beim Verfolgen einer Eisbärin bei -45 Grad in Alaska. "Das ist ein Preis, den man als Tierfilmer zahlen muss, wenn man in extremen Zonen unterwegs ist."

Die komplette "Riverboat"-Sendung seht Ihr jederzeit auf Abruf in der MDR-Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage/IMAGO / STAR-MEDIA/C. Adams/Grand Teton National Park/AP/dpa

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