Am Tisch mit skrupellosen D*ckpic-Erpressern, die Murray (†16) in den Tod trieben
Stirling (Schottland) - Aggressivität, Druck, Verzweiflung: Wer in die "Sextortion"-Falle tappt, sieht oftmals keinen Ausweg, als den Erpressern viel Geld zu überweisen, damit freizügige Fotos nicht den Weg an die Öffentlichkeit finden. Die Masche hat allerdings auch schon Menschen in den Tod gerissen.
Für die RTL-Reportage "Sextortion - Erpresst in der Flirt-Falle" erstellt Reporter Christopher Grass Fake-Profile junger Menschen, auf die die Betrüger rasch hereinfallen. Und ihre Skrupellosigkeit schnell zum Ausdruck bringen.
Selbiges muss auch Murray Dowey (†16) erfahren haben. Der Jugendliche aus Schottland "war ein sehr wichtiger Teil unserer Familie, hatte einen großen Freundeskreis, war wirklich umgänglich", berichtet seine Mutter Ros Dowey.
Und er liebte das Zweitligateam Stirling Albion FC, besuchte praktisch jedes Heimspiel, freute sich schon auf das nächste. Doch dieses erlebte er nicht mehr.
In den Weihnachtsferien 2024 können die drei Söhne der Doweys ausschlafen. Ros und ihr Mann wollen ihren Kindern Bescheid sagen, dass sie Freunde besuchen. "Ich ging in sein Zimmer und fand ihn", sagt Ros. "Es gab keinen Grund, dass er sich das Leben genommen hat. Es musste etwas passiert sein und die Vermutung lag nahe, dass wir die Gründe auf seinem Smartphone finden."
RTL-Doku über Sextortion: Vor allem Jugendliche und junge Männer stehen im Fokus
Dass Sextortion, zusammengesetzt aus "Sex" und "Extortion" (deutsch: Erpressung), nicht nur bei Murray zum Selbstmord geführt hat, weiß auch Paul Raffile.
Der Interneterpressungs-Experte berichtet auch von Bradon, der sich 27 Minuten nach dem Erstkontakt durch die Erpresser aus Verzweiflung das Leben genommen habe. Weltweit sind 60 solcher Selbstmorde bekannt. Auch in Deutschland gibt es Fälle.
Mädchen und junge Frauen seien eher weniger betroffen. Die Täter hätten es vor allem auf Jungen und junge Männer abgesehen. "Diese Gruppe ist im Internet eher bereit, Risiken einzugehen. Bei Frauen hätten sie längst nicht so viel Erfolg", sagt Raffile.
Die Reportage "Extra Report: Sextortion - Erpresst in der Flirt-Falle" zeigt RTL am Montag (17. August) ab 22.15 Uhr. Bei RTL+ findet Ihr sie schon jetzt auf Abruf.
Wenn auch Ihr in eine solche Erpresser-Falle geratet, bekommt Ihr Hilfe über die Beratungsstelle www.juuuport.de oder über nummergegenkummer.de (Hotline 116 111).
Titelfoto: Bildmontage: RTL ; Youth Football Scotland

