Verlockende Touren, jetzt pleite! Sächsischer DPD-Subunternehmer packt bei Wallraff aus

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Hohenstein-Ernstthal - Am Ende blieb nur noch die Insolvenz: Ein ehemaliger DPD-Subunternehmer aus Sachsen stürzte sich mit verlockenden Angeboten ins finanzielle Chaos. In der RTL-Sendung "Team Wallraff" packt er aus, erzählt von zunächst lukrativen Touren. Doch als er von DPD weniger gewinnbringende Routen bekommt, bricht das Geschäftsmodell zusammen.

Tino Uhlig (l.) arbeitete als DPD-Subunternehmer. Er berichtet Günter Wallraff (83), wie er in den finanziellen Ruin getrieben wurde.
Tino Uhlig (l.) arbeitete als DPD-Subunternehmer. Er berichtet Günter Wallraff (83), wie er in den finanziellen Ruin getrieben wurde.  © RTL

Tino Uhlig aus Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau) arbeitete jahrelang für DPD - zunächst als Fahrer, später als Subunternehmer. Er stellte Mitarbeiter ein, lieferte immer mehr Pakete aus.

Dabei wurden wohl auch falsche Versprechungen seitens DPD gemacht. Pro Zustellung habe der Subunternehmer aus Sachsen etwa 2,20 Euro erhalten. Ihm sei vorgerechnet worden, dass seine Mitarbeiter so viele Pakete ausliefern könnten, dass am Ende des Monats ungefähr 6000 Euro pro Tour rausspringen würden.

Doch die "versprochene" Summe sei nicht gewährleistet gewesen. "Wenn man die nicht erreicht, Pech gehabt", sagt Uhlig. Weiter erzählt der Sachse, dass DPD den Preis pro Paket senken würde, sollten regelmäßig mehr als 6000 Euro erreicht werden.

Ein weiteres Problem: DPD verteilt laut Uhlig die Touren an die Subunternehmer. Er selbst habe am Anfang lukrative Routen bekommen, später aber nicht mehr.

Schlussendlich waren die Kosten für den Subunternehmer zu hoch. Er konnte seine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen, musste Insolvenz anmelden. All seine Ersparnisse sind hinüber - 40.000 Euro Schulden blieben übrig.

Arbeitsdruck, unbezahlte Überstunden und Schwarzgeld-Angebote

DPD lässt die Pakete vor allem über Subunternehmer zuliefern. (Symbolfoto)
DPD lässt die Pakete vor allem über Subunternehmer zuliefern. (Symbolfoto)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Tino Uhlig scheint mit seinem Schicksal nicht allein zu sein. Laut "Team Wallraff" müssen jährlich zahlreiche DPD-Subunternehmen Insolvenz anmelden.

Das Fernsehteam recherchierte über Monate, stieß dabei auf enormen Arbeitsdruck, unbezahlte Überstunden, Schwarzgeld-Angebote und miserable Zustände in den Unterkünften der Arbeiter.

Die ganze Reportage "Undercover bei DPD: Pakete um jeden Preis?" könnt Ihr Euch auf RTL+ anschauen.

Titelfoto: RTL

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