"Schmeißen Sie das Geld zum Fenster raus": Vom Größenwahn zur Insolvenz eines Leipziger Baulöwen

Leipzig - Der Immobilienunternehmer Christoph Gröner ist auf der Überholspur. Immer weiter baut er sein Imperium aus, doch dann kommt der Cut und aus Millionengeschäften wird ein Insolvenzkampf, den der MDR in seiner neuen Doku genauer unter die Lupe nimmt.

Christoph Gröner startete 1995 in Leipzig seine einstige Erfolgsgeschichte. (Archivbild)
Christoph Gröner startete 1995 in Leipzig seine einstige Erfolgsgeschichte. (Archivbild)  © Soeren Stache/dpa

Der Spruch: "Wenn Sie 215 Millionen haben, schmeißen Sie das Geld zum Fenster raus, dann kommt's zur Tür wieder herein", machte Gröner bekannt.

Egal ob Autos, Gold oder Immobilien, er war sich sicher, Geld könne nicht durch Konsum zerstört werden. Im Gegenteil.

1995 gründete er mit gerade einmal 27 Jahren zwei Baufirmen in Leipzig, dann ging es schnell nach oben.

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In der damals noch von Verfall und Leerstand durchzogenen Stadt witterte Christoph Gröner seine große Chance und begann mit der Sanierung von Altbauten.

Um seine Projekte zu realisieren, nahm er immer wieder Kredite auf. Eine Taktik, die Anfangs erfolgversprechend war, ihm später aber gewaltig auf die Füße zu fallen schien.

Das polierte Image bröckelte, Zahlungen wurden nicht getätigt, Bauprojekte standen still, Kredite konnten nicht zurückgezahlt werden.

Er sanierte unter anderem Baudenkmäler und heruntergekommene Fabriken in Leipzig.
Er sanierte unter anderem Baudenkmäler und heruntergekommene Fabriken in Leipzig.  © MDR

Verfahren wegen Insolvenzverschleppung

Die Gröner Group ist insolvent, doch Umstrukturierungen sollen Christoph Gröner aus der Misere ziehen.
Die Gröner Group ist insolvent, doch Umstrukturierungen sollen Christoph Gröner aus der Misere ziehen.  © MDR

2025 startete am Amtsgericht Leipzig ein Insolvenzverfahren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung - auch wenn Gröner durch seinen Anwalt erklären ließ, dass das Unternehmen zu keiner Zeit zahlungsunfähig war.

Die goldenen Zeiten des Immobilienunternehmens sind vorbei. Das Risiko scheint doch zu hoch gewesen zu sein. Eine ordentliche Absicherung für Krisenzeiten wurde anscheinend nicht mit eingeplant.

Die Gröner Group ist insolvent, der Geschäftsbetrieb soll mittels Umstrukturierungen trotzdem weitergehen. Und das trotz ausstehender Forderung in Höhe von 996 Millionen Euro.

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Der Insolvenzverwalter kritisiert das Vorhaben, befürchtet, dass Gläubiger dadurch auf ihren Kosten sitzen bleiben. Gröner streitet die Vorwürfe durch seinen Anwalt ab.

Die gesamte Doku mit dem Titel: "FAKT: Christoph Gröner und sein Immobilienimperium" könnt Ihr bereits jetzt in der ARD-Mediathek oder alternativ am 25. März ab 20.15 Uhr im MDR sehen.

Titelfoto: Montage: Soeren Stache/dpa; MDR

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