"Tagesschau" sorgt für Novum: Nachrichtensendung ab sofort in Einfacher Sprache

Hamburg - Neuerung bei der ältesten Nachrichtensendung Deutschlands: Die "Tagesschau" gibt es ab sofort auch in Einfacher Sprache. Das teilte der NDR am heutigen Mittwoch mit.

Die "Tagesschau" gibt es ab sofort auch in Einfacher Sprache. Dabei handelt es sich um eine vereinfachte Version der Standardsprache.
Die "Tagesschau" gibt es ab sofort auch in Einfacher Sprache. Dabei handelt es sich um eine vereinfachte Version der Standardsprache.  © NDR/dpa

Demnach wird es von montags bis freitags jeweils eine Ausgabe geben, in der die wichtigsten Themen des Tages zusammengefasst werden. Sie wird um 19 Uhr auf tagesschau24 ausgestrahlt und ist auch auf tagesschau.de zu finden.

Laut NDR richtet sich das bundesweit erste tagesaktuelle Fernsehnachrichtenangebot dieser Art an Menschen mit Lese-, Lern- und/oder Hörschwierigkeiten, an Menschen mit geringen Deutschkenntnissen oder an Menschen, die sich zum Beispiel nach einem anstrengenden Arbeitstag kurz und einfach informieren wollen.

Einfache Sprache ist eine sprachlich vereinfachte Version der Standardsprache und hat einen größeren Wortschatz als die Leichte Sprache - diese hat einen noch geringeren Schwierigkeitsgrad und ein festes Regelwerk, was zum Beispiel die Schreibweise von Worten und Typografie betrifft.

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"Wir haben den Auftrag, mit unseren Sendungen und Programmen allen Menschen in Deutschland ein Informationsangebot zu machen (...). Es ist gut und wichtig, dass sich nun noch mehr Menschen (...) über die Geschehnisse in Deutschland und der Welt informieren und somit auch am öffentlichen Diskurs teilhaben können", erklärte NDR-Intendant Joachim Knuth.

Etwa 17 Millionen Menschen lesen und schreiben auf Vierte-Klasse-Niveau

Doch was genau erwartet die Zuschauer? "Grundlage für die Tagesschau in Einfacher Sprache sind unsere regulären Ausgaben (...). Die Meldungen und Beiträge werden aber völlig neu formuliert. Die Texte setzen wenig Wissen voraus und werden langsamer gesprochen", verdeutlichte Marcus Bornheim, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell.

Laut Sonja Wielow, Leiterin des Projekts bei der Tagesschau, lesen und schreiben etwa 17 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland laut einer Studie auf Vierte-Klasse-Niveau oder schlechter. "Diese Menschen wollen wir für unser Angebot gewinnen", so die Projektleiterin.

Titelfoto: NDR/dpa

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