Herausragende Hauptdarstellerin! Dieser Dresdner "Tatort" packt einen von der ersten Minute
Dresden - Blutverschmiert, verletzt und orientierungslos läuft Amanda (Emilie Neumeister, 26) durch das nächtliche Dresden. Als sie am Neustädter Bahnhof einen Reisenden mit einem Skalpell angreifen will, wird die 16-Jährige zum Fall für die Polizei. Der "Tatort: Nachtschatten" läuft am Neujahrstag um 20.15 Uhr im Ersten.
In einer ersten Vernehmung erzählt Amanda der Oberkommissarin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel, 38) etwas Unfassbares.
Sie und ihre Schwester Jana seien seit Jahren in einem Keller gefangen. Jana schwebe in großer Gefahr, weil ihr Vater sie verhungern lasse, wenn sie nicht artig sei.
Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach, 58) schenkt der augenscheinlich verwirrten Teenagerin keinen Glauben, nennt sie einen Fall für die Psychiatrie.
Nur Winkler nimmt sich ihrer an. Doch Amanda kann sich nicht erinnern, wo sie gefangen war.
Als dann auch noch das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung kommt, steht das Mädchen plötzlich unter Mordverdacht.
Lohnt sich das Einschalten beim Dresdner "Tatort"?
Unbedingt. Dieser Krimi packt einen von der ersten Minute an. Die Handlung erinnert ein wenig an die Netflix-Erfolgsserie "Liebes Kind" nach dem gleichnamigen Thriller von Romy Hausmann (44). Selbst wenn man diese kennt, bleibt der Film bis zum Ende spannend.
Herausragend an diesem "Tatort" ist Episodenhauptdarstellerin Emilie Neumeister. Die junge Dresdnerin beeindruckt mit ihrem Schauspiel - so bemerkenswert, dass man sich als Zuschauer immer wieder fragt: Was ist real, was nicht?
Für die Schauspielerin war der Dreh etwas Besonderes: "Es war das erste Mal für mich, in meiner Heimatstadt Dresden zu drehen, und ich habe mich sehr darauf gefreut! Familie und Freunde haben mich am Set besucht", erzählte Neumeister dem MDR.
"Bei den Szenen am Neustädter Bahnhof war unter den vielen Komparsen sogar ein Freund von mir aus Schulzeiten dabei. Wir haben uns da also zufällig getroffen und haben in den Pausen gequatscht."
Außerdem habe sie an Orten gedreht, die sie aus ihrer Jugend kenne. "Ich hatte irgendwie ein Zuhause-Gefühl. Auch mit dem Team. Cornelia und Martin kommen ja auch aus Dresden."
So viel Lokal-Power gibt es nur selten im "Tatort". Umso authentischer wirkt dieser Film.
Titelfoto: MDR/MadeFor/Steffen Junghans

