Frankfurt am Main - Jetzt gilt es: Nach der erfolgreichen Premiere Anfang Oktober will das neue Frankfurter "Tatort"-Team am Sonntag (ARD, 20.15 Uhr) nachlegen. Ob das gelingt?
Auf den ersten Krimi mit dem Titel "Dunkelheit" folgt nun der "Tatort: Licht". In dem Film rollen Hamza Kulina (Edin Hasanovic, 33) und Maryam Azadi (Melika Foroutan, 49) den Fall eines vermissten Mädchens neu auf.
Die dreijährige Viktoria war vor sechs Jahren mit ihrem Vater Julian spurlos verschwunden. Alles deutete darauf hin, dass der depressive Papa erweiterten Suizid begangen hat. Weil aber nie Leichen gefunden wurden, landete der Fall bei den ungeklärten Cold Cases.
Als die verzweifelte Mutter Anna Reiter (Maren Eggert, 51), die fest daran glaubt, dass ihre Tochter noch lebt, einen Aufruf in den sozialen Medien startet, meldet sich ein Obdachloser mit neuen Hinweisen.
Kurz darauf hängt der Mann tot über einem Treppengeländer und die untergetauchte Anna steht unter Mordverdacht. Die Ermittlungen der TV-Kommissare führen schließlich zu einer dubiosen Sekte.
Lohnt sich beim "Tatort" aus Frankfurt das Einschalten?
Ja! Wie schon beim ersten Fall "Dunkelheit" stammt auch diesmal das Drehbuch von Senad Halilbašić (37).
Während im Premierenkrimi den Angehörigen des Mordopfers klar war, dass es kein Happy End gibt, geht es in "Licht" um ein weiteres zentrales Element von ungeklärten Fällen: Hoffnung - und wie diese toxisch werden und zu Grenzüberschreitungen führen kann
"Georg wächst ohne seine Mutter auf, weil die nur in der Vergangenheit lebt und seine tote Schwester sucht. Wir brauchen unseren Frieden, ich will sie hier nicht mehr sehen", geht Annas neuer Partner Maryam Azadi frustriert an.
Doch auch sie will und kann die Hoffnung nicht aufgeben, agiert in diesem Fall viel emotionaler als noch im ersten. "Eine Mutter sucht seit sechs Jahren ihr Kind. Was sie braucht, ist Klarheit und Gewissheit", verteidigt sie sich.
Am Ende ist es die Hartnäckigkeit beider Ermittler, die trotz erster Auseinandersetzungen als Team gut funktionieren, die zu Viktoria führt - ob tot oder lebendig sei an dieser Stelle noch nicht verraten.
Nur so viel: Kurz vor Schluss nimmt der scheinbar auserzählte Krimi eine überraschende Wendung. Ein Cold Case, der berührt!