Über das körperliche Limit für die Goldmedaille: Dunkle Geheimnisse der DDR-Sportelite
Halle (Saale) - Das sportliche Ziel der DDR stand fest: internationaler Erfolg, Ruhm und Medaillen. Dafür wurden im Osten nicht nur die größten Nachwuchstalente herausgefiltert, sie wurden zu Disziplin und Gehorsam gedrillt. Die Schwimmerin Kornelia Grummt-Ender (67) wurde mit elf Jahren Teil des Systems. In der "Terra X History"-Doku "Die Goldmacher – Das Geheimnis der DDR-Sportelite" lässt sie die Zeit Revue passieren.
Zum Schwimmen kam Kornelia durch ein ärztliches Attest. Aufgrund von Hüftproblemen wurde ihr in ihrer Heimatstadt Bitterfeld der Wassersport verordnet.
Schnell stellte sich heraus, dass Kornelia talentiert war. Deshalb ging es ab 1970 in eine sogenannte Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Halle.
Zwei Jahre später startete sie mit nur 13 Jahren bei Olympia. An die strikten Regeln vor Ort kann sich die Schwimmerin noch genau erinnern.
Nicht nur von westlichen Reportern sollten sie sich fernhalten, auch der Kontakt zu Sportlern außerhalb der DDR sei verboten gewesen.
"Wir wussten, wir durften nicht miteinander reden", erinnert sich Kornelia Grummt-Ender.
Es waren Regeln, die man in Kauf nahm. Immerhin profitierte auch die Schwimmerin sehr von den Mitteln der KJS. Kosten und Mühen wurden nicht gescheut, hatte man die Goldmedaille in Aussicht.
So bekam Kornelias Sportschule den ersten Strömungskanal für DDR-Schwimmer. Man habe erzählt, er wurde extra für sie angeschafft, erinnert sich die mittlerweile 67-Jährige.
Das Training war hart und weit entfernt von einem normalen Kinderleben. Alles war ausgerichtet auf sportliche Erfolge. Jedoch wurde nicht darüber geredet, "wie hart es da zuging in den Trainingslagern."
Vorteile für Erfolg: Doch Talent war nicht alles
Kornelia genoss vor allem wegen ihres Erfolgs mit der Zeit einige Vorteile, die anderen verwehrt blieben.
So bekam sie aufgrund ihrer herausragenden Leistungen später sogar Einzelunterricht.
1976 hört Kornelia Grummt-Ender auf dem Höhepunkt ihrer Karriere auf.
Im Gegensatz zu der Schwimmerin schafften es viele Sportler trotz Talent gar nicht erst auf die KJS. Denn zwischen ihnen und dem möglichen Erfolg stand eine strenge Hintergrundkontrolle der Stasi.
Wer nicht ins sozialistische Bild passte, hatte es schwer überhaupt reinzukommen.
Die Doku beleuchtet die Ruhmstunden, aber auch die Schattenseiten des Hochleistungssports in der DDR. Schauen könnt Ihr sie in der ZDF-Mediathek.
Titelfoto: Montage: IMAGO / Norbert Schmidt; dpa

