Von Anika von Greve-Dierfeld und Martin Oversohl
Stuttgart - Der baden-württembergische Kultusminister Andreas Jung (51, CDU) will einem Medienbericht zufolge die Regelungen für Hitzefrei an Schulen neu fassen.
"Ich kann mir vorstellen, dass wir neue Regelungen erarbeiten, alles auf den Prüfstand stellen", sagte er am Dienstagmorgen im Radiosender SWR1.
Dies könnte dann aber frühestens ab dem nächsten Schuljahr gelten. Die Verantwortung dafür, Hitzefrei zu geben, liege dann zwar weiterhin bei den Schulen. Er sei aber dafür, etwas mehr Verbindlichkeit hineinzubringen.
Das Kultusministerium macht derzeit keine generellen Vorgaben, ob und wann Schülerinnen und Schüler Hitzefrei bekommen. Auch eine landesweit einheitliche Temperaturgrenze, bei der der Unterricht automatisch endet, gibt es nicht.
Als Kriterium wird aber unter anderem empfohlen, dass die Schulen Hitzefrei geben können, wenn die Außentemperatur um 11 Uhr mindestens 25 Grad im Schatten beträgt.
Daraus müsse eine "Soll"-Regelung werden, erklärte der Minister im SWR1. Er sei zudem dafür, dass man die Temperatur im Klassenzimmer zum Maßstab nehme.
Manuel Hagel unterstützt neue Regeln
Auch CDU-Politiker Manuel Hagel (38) ist für neue Hitzefrei-Regeln. Den Vorteil sieht er nicht nur als Minister, sondern auch als Vater. So unterstützt er die neuen Vorschläge von Kultusminister und Parteifreund Andreas Jung.
"Mein Sohn geht in die erste Klasse einer Grundschule", sagte Hagel in Stuttgart. "Und wir führen diese Diskussionen gerade jeden Tag zu Hause."
Als Vater von drei Kindern stelle er sich etwa die Frage, warum die relevante Temperatur draußen und im Schatten gemessen werde und nicht etwa im Klassenzimmer, in dem die Kinder säßen. Jungs Vorschläge seien daher sehr pragmatisch.
Vor allem vor dem Hintergrund des Klimawandels und der zunehmenden Hitzetage im Land müsse zum neuen Schuljahr alles auf den Prüfstand gestellt werden.