Kein Dach über dem Kopf? Knapp 200.000 Wohnungen fehlen im Ländle

Von Oliver Schmale, Carsten Hoefer

Stuttgart - Der Wohnungsmangel in Deutschland hat nach Einschätzung des Pestel-Instituts bereits Ende 2024 einen Rekordstand von bundesweit 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen erreicht. In Baden-Württemberg beträgt das Defizit der Erhebung zufolge 196.000 Wohnungen.

Zehntausende neue Wohnungen müssten im Südwesten entstehen, um den Wohnungsmangel zu decken. (Symbolfoto)  © Bernd Weißbrod/dpa

Besserung in den nächsten Jahren ist der Studie zufolge nicht in Sicht, wie Pestel-Chefökonom Matthias Günther in Berlin sagte. Den Gesamtbedarf im Südwesten von 2025 bis 2030 schätzt das Wirtschaftsforschungsinstitut auf bis zu 362.000 neue Wohnungen.

Dafür müssten in Baden-Württemberg Jahr für Jahr etwa 60.300 Wohnungen neu gebaut werden.

Bundesweit erwartet das Institut für die nähere Zukunft den Bau von lediglich rund 200.000 neuen Wohnungen pro Jahr, etwa halb so viele wie der angenommene jährliche Bedarf. Der Wohnungsmangel ist der Analyse zufolge zur Wirtschaftsbremse geworden.

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Ohne einen Aufschwung des Wohnungsbaus könnten keine Zuwanderer für die Arbeitsmärkte gewonnen werden "und unser Land wird die Wachstumsschwäche nicht überwinden können", heißt es in dem Papier.

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Junge und Alte leiden gleichermaßen

Viele Menschen können sich die aktuellen Mieten nicht mehr leisten. (Symbolfoto)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auftraggeber der Studie war das Bündnis Soziales Wohnen, ein Zusammenschluss des Deutschen Mieterbunds, der IG Bau, der Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau und anderer Organisationen. Das Bündnis forderte einen Bund-Länder-Pakt für den Wohnungsbau, insbesondere den Bau von mehr Sozialwohnungen.

Am stärksten unter der Entwicklung leiden demnach die junge Generation bis 25 und ältere Menschen. Die Jüngeren sind laut Studie auf dem Wohnungsmarkt zur "benachteiligten Gruppe" geworden.

Und viele ältere Großstadtbewohner könnten sich nach dem Ende des Arbeitslebens ihre Mietwohnungen nicht mehr leisten und müssten fortziehen.

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Die Ökonomen verweisen ausdrücklich auf München und Hamburg als zwei Metropolen, die von älteren Menschen in größerer Zahl verlassen werden.

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