CDU geht Özdemir wegen Hagel-Video persönlich an: "Wahres Gesicht gezeigt"
Von David Nau, Nico Pointner
Stuttgart - Die CDU hat Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir (60) nun persönlich wegen des viel kritisierten Videos über CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) angegriffen.
"Wer bürgerlichen Anstand hat, vernichtet nicht mit Schmutzkampagnen andere Menschen. Cem Özdemir und die Grünen haben damit ihr wahres Gesicht gezeigt und eindrücklich bewiesen, dass er eben nicht wie Winfried Kretschmann ist", sagte CDU-Generalsekretär Tobias Vogt der Deutschen Presse-Agentur.
Die Grünen versuchten gezielt, die persönliche Integrität Hagels zu beschädigen, meint Vogt. Hagel habe umgehend klargestellt, dass seine Aussage, die zu Beginn des Videos zu sehen ist, Mist gewesen sei.
"Dennoch sehen wir jeden Tag in den Kommentarspalten das Ergebnis der grünen Schmutzkampagne", sagte Vogt. Wenn dann von Özdemir über fairen Stil gesprochen werde, könne man nur noch lachen.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein etwa acht Jahre altes Interview vom CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel, das eine grüne Bundestagsabgeordnete in der vergangenen Woche in den sozialen Medien gepostet hatte.
Konzentrierte Aktion gegen Hagel? Grüne weisen Vorwurf zurück
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (77, Grüne) hatte bereits am Dienstag in einer Pressekonferenz betont, dass es sich nicht um eine konzertierte Aktion der Grünen gehandelt habe. Die Behauptung, das sei eine "orchestrierte Kampagne der Grünen", sei falsch, sagte Kretschmann auf Nachfrage eines Journalisten.
"Das ganze Führungspersonal der baden-württembergischen Grünen, mit denen ich gesprochen habe, die haben das überhaupt nicht gewusst", versicherte er. Sie hätten erst von dem Video erfahren, als es durch die sozialen Medien gegangen und auf dem Online-Portal eines großen Nachrichtenmagazins publik gemacht worden sei.
Cem Özdemir hatte dazu gesagt, dass seine Partei nichts veröffentlicht habe, sondern "eine Abgeordnete hat was veröffentlicht, was im Netz frei zugänglich ist". Zudem hatte er Hagel wegen des Videos in Schutz genommen. "Ich bin mir sicher, Herr Hagel würde das heute nicht mehr so formulieren", sagte Özdemir in einer SWR-Debatte.
Titelfoto: Bildmontage: Bernd Weißbrod/dpa
