Stromausfall in Reutlingen: Gab es weitere Sabotageversuche?

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Aleksandra Bakmaz

Reutlingen - Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag in einem Umspannwerk mit großflächigem Stromausfall in Reutlingen Anfang Juni prüfen Ermittler Hinweise auf weitere mögliche Sabotageversuche an Stromanlagen in der Region.

Nach dem Brand in dem Umspannwerk fiel für Zehntausende der Strom aus.
Nach dem Brand in dem Umspannwerk fiel für Zehntausende der Strom aus.  © Marijan Murat/dpa

Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart. Zuvor hatten "Südwest Presse" und SWR darüber berichtet. 

Es gebe Hinweise auf Beschädigungen an ähnlichen Orten, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. Diese würden nun untersucht und man versuche, zeitliche Eingrenzungen vorzunehmen. Konkrete Orte könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. 

Laut "Südwest Presse" soll ein Umspannwerk bei Münsingen betroffen sein. Dazu wollte sich der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart aber nicht äußern. 

Umspannwerk war nach Brand ausgefallen

Die Hinweise auf Brandstiftung hatten sich schnell verdichtet.
Die Hinweise auf Brandstiftung hatten sich schnell verdichtet.  © Christoph Schmidt/dpa

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zum 8. Juni ausgebrochen. In der Folge war das Umspannwerk ausgefallen, auch eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. 

Schnell hatten sich Hinweise auf Brandstiftung verdichtet, nachdem ein möglicher Brandbeschleuniger entdeckt worden war. Ein oder mehrere Täter waren nach Erkenntnissen der Ermittler in das Gelände eingedrungen und hatten gleich an mehreren Stellen Feuer gelegt. Auch der Zaun der Anlage war beschädigt worden. 

Nach dem Feuer waren zeitweise Zehntausende Menschen über Stunden ohne Strom gewesen, auch ein Krankenhaus sowie Industrie- und Gewerbekunden waren betroffen.

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Der Gesamtschaden zur Reparatur der Anlage dürfte sich früheren Angaben zufolge auf mehrere Millionen Euro summieren. Reutlingen hat insgesamt knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb.

Nachdem die mutmaßliche Attacke zunächst in einem Blog namens "Switch off" unter der Rubrik "Aktionen/Sabotagen" mit diversen Berichten thematisiert wurde, war der Vorfall auch auf der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform Indymedia aufgetaucht. Wer dahinterstehen könnte, ist unklar. Ein Bekennerschreiben hatte es bislang nicht gegeben.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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