125.000 Tiere getötet: Newcastle-Krankheit breitet sich auf Geflügelhöfen aus

Von Walter Willems

Berlin/Greifswald/Erding - Acht bestätigte Ausbrüche der Newcastle-Krankheit auf Geflügelfarmen in Brandenburg und Bayern beunruhigen die Veterinärbehörden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sieht eine erhebliche Gefahr - auch für besondere Vogelhaltungen wie in Zoos.

125.000 Tiere mussten getötet werden. (Symbolfoto)
125.000 Tiere mussten getötet werden. (Symbolfoto)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

"Die Aufmerksamkeit sollte unbedingt sehr hochgehalten werden", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. "In den Betrieben sollte ein besonderes Augenmerk auf einen streng kontrollierten Personen- und Warenverkehr gelegt werden.

Hinzu kommen neben Pflichtimpfungen alle Maßnahmen der Früherkennung wie das sofortige Testen kranker oder verendeter Tiere."

Ende Februar hatte das FLI über den bundesweit ersten Ausbruch der meldepflichtigen Viruserkrankung seit 30 Jahren bei Geflügel in Brandenburg informiert. Inzwischen gab es in dem Bundesland einen zweiten bestätigten Fall sowie sechs weitere im bayerischen Landkreis Erding bei München.

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Weitere Verdachtsfälle würden geprüft, sagte der Sprecher, ohne Einzelheiten zu nennen. Bis Mittwochvormittag seien rund 125.000 Tiere vorsorglich getötet worden, teilte die Pressestelle mit.

Ausbrüche auch in Polen, Tschechien und der Slowakei

Die sehr ansteckende Newcastle-Krankheit wird wegen der ähnlichen Symptomatik auch atypische Geflügelpest genannt. Der Erreger, das Newcastle-Disease-Virus (NDV), könne vermutlich prinzipiell alle Vögel infizieren, hieß es vom FLI. Bei anderen Tieren seien bisher keine Fälle bekannt - außer bei Menschen: "Eine Infektion des Menschen ist sehr selten, aber möglich, und bleibt zumeist lokal auf eine Bindehautentzündung beschränkt", schreibt das FLI. Allerdings seien einzelne tödliche Fälle bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem beschrieben.

Das FLI verweist aktuell auch auf eine Vielzahl von Ausbrüchen in Kleinsthaltungen und Geflügelbetrieben in Polen, Tschechien und der Slowakei. Hinweise auf eine flächige Ausbreitung von aggressiven NDV-Varianten in Wildvögeln gab es demnach zumindest bis Ende voriger Woche nicht - im Gegensatz zu den gleichzeitig in Deutschland auftretenden hochpathogenen Vogelgrippeviren.

Unabhängig von der Bestandsgröße müssen Hühner und Puten einen Impfschutz gegen die Newcastle-Krankheit aufweisen, auch in Kleinsthaltungen. Im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Ländern gebe es in Deutschland eine Impfpflicht gegen NDV.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa (Symbolfoto)

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