80 Ehrenamtliche und ein Jugend-Sozialprojekt: Die Bedeutung einer Fähre in Bamberg

Von Kathrin Zeilmann

Bamberg - Sozialprojekt, Touristenmagnet - und auch noch eine ganz praktische Einrichtung, um die Regnitz zu überqueren: In Bamberg verkehrt seit Jahren eine Fähre.

Zwei Radfahrer steigen in die Don-Bosco-Fähre ein. Zwischen April und Oktober sorgen rund 80 ehrenamtliche Fährleute dafür, dass die Menschen über die Regnitz in Bamberg kommen.  © Pia Bayer/dpa

In den Frühjahrs- und Sommermonaten bringt sie nicht nur Menschen von einem Ufer ans andere, sondern tut quasi auch Gutes: Entstanden ist das Projekt unter Federführung des Don Bosco Jugendwerks.

Und: "Sie ist nicht mehr wegzudenken aus dem Stadtbild", sagt Projektleiter Felix Ströhlein. 

Die Erlöse, die durch den Fährbetrieb in Oberfranken entstehen, fließen in die Arbeit mit jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen. 

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Vor vielen Jahrzehnten gab es an der Stelle, an der heute die Fähre ab- und anlegt, einen Fußgängersteg.

Später kam die Idee des Bürgervereins Mitte auf, doch eine Fähre fahren zu lassen. Denn ein festes Bauwerk direkt vor dem Künstlerhaus Villa Concordia hätte der Barock-Kulisse vermutlich nicht wirklich gutgetan. 

80 Ehrenamtliche teilen sich die Schichten, um täglich von 10.30 bis Sonnenuntergang für den Fährbetrieb zu sorgen, wie Ströhlein sagt.

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Werden hier bald Sozialstunden abgearbeitet?

Die Idee, Jugendliche in schwierigen Lebenslagen aus dem Projekt "Zahltag" mit einzubinden, funktioniere aktuell nicht so gut, erläutert Ströhlein. Deren Betreuung sei inzwischen so komplex, dass ein Einsatz auf der Fähre oft nicht möglich ist.

Die Bedarfe hätten sich geändert. Aber: "Die Fähre hat sich so etabliert, sie ist ein Multiplikator für unser Tun." Und die Einnahmen gehen ins Projekt. 

Künftig sei es angedacht, auch Jugendliche auf der Fähre zu beschäftigen, die gemeinnützige Arbeit ableisten müssten. Sie könnten dann ihre Sozialstunden beispielsweise nach der Schule dort ableisten, sagt Ströhlein.

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