Ärztin verrät: So wird ein Opfer der Crans-Montana-Katastrophe in Nürnberg behandelt

Nürnberg - Vor einer Woche traf im Südklinikum Nürnberg ein Brandopfer der Crans-Montana-Tragödie ein. Die Klinik verfügt über ein spezialisiertes Zentrum für Schwerbrandverletzte und gab erste Einblicke in die Behandlung des Patienten.

Auf dieser speziellen OP-Liege werden die Brandopfer in einem Bad gereinigt und behandelt.
Auf dieser speziellen OP-Liege werden die Brandopfer in einem Bad gereinigt und behandelt.  © News5

Neben den 40 Todesopfern brachte die Brandkatastrophe in der Schweiz 116 teils schwer Verletzte mit sich. Die Opfer wurden auf verschiedene Kliniken aufgeteilt und werden in Belgien, Frankreich, Italien und Deutschland – nun auch in Nürnberg – versorgt.

Mit über acht Betten und einem eigenen Operationssaal verfügt das Klinikum Süd über eines der größten Schwerbrandverletztenzentren in Deutschland.

In einem speziellen Bad werden die Patienten von Ruß befreit, zudem wird verbrannte Haut schonend entfernt. Die Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen kommen insbesondere bei großflächigen und schweren Brandverletzungen zum Einsatz.

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Nach eigenen Angaben behandelt das Zentrum rund 100 Patienten pro Jahr. Derzeit wird im Südklinikum lediglich ein Brandopfer aus Crans-Montana versorgt.

Anke Wanninger, Oberärztin im Zentrum für Schwerbrandverletzte, erklärte gegenüber dem Nachrichtendienst NEWS5, wie sich die Ärzte um den schwerverletzten Patienten kümmern werden.

Patienten werden vorzugsweise mit Eigenhaut behandelt

Oberärztin Anke Wanninger arbeitet am Nürnberger Klinikum.
Oberärztin Anke Wanninger arbeitet am Nürnberger Klinikum.  © Screenshot/News5

"Die Intensivstationen sind speziell ausgestattet, dass die Luftfeuchtigkeit erhöht werden kann, dass die Temperatur in den Räumen erhöht werden kann. Und auch das Gleiche gilt für den Verbrennungs-OP", so Wanninger. "Und natürlich haben wir entsprechende Hautersatzmaterialien auf Lager, was ein anderes Zentrum, was mit solchen Patienten eben nicht normalerweise bedient wird, nicht auf Lager hat."

Nach dem speziellen Bad müssen frühzeitig – also innerhalb der ersten 48 bis 72 Stunden – jene verbrannten Hautareale entfernt werden, die sich nicht mehr erholen können. Anschließend müsse der Patient temporär mit Hautersatzmaterialien versorgt werden, um dann "schrittweise die verlorene Haut wieder zu ersetzen, vorzugsweise durch Haut von dem eigenen Patienten".

Laut der Oberärztin sei die Heilung sehr langwierig. "Das zieht sich oft je nach Ausmaß über Monate. Und im weiteren Verlauf müssen die Patienten häufig auch mit entsprechenden Rehamaßnahmen wieder in ihr Leben zurückgeführt werden."

Trotz allem zeigen sich die Mitarbeiter des Nürnberger Klinikums zuversichtlich. So bestehe grundsätzlich auch die Möglichkeit, weitere Brandopfer aufzunehmen. Eine entsprechende Rückmeldung habe die Klinik bislang jedoch nicht erhalten.

Titelfoto: Montage: NEWS5 (2)

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