Falsche Erwartungen: Rotes Kreuz kritisiert geplanten bayerischen Uniformtag
Von Christof Rührmair
München - Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hält nichts von den Plänen des Landtags, einen Uniformtag im Freistaat einzuführen. Dieser sei nicht das richtige Instrument, um das Engagement von Einsatzkräften zu würdigen und könne falsche Erwartungen wecken, sagte ein Sprecher.
Er betonte: "Dienst- und Einsatzbekleidung ist für Angehörige des Roten Kreuzes kein beliebiges Kleidungsstück und kein Mittel zur öffentlichkeitswirksamen Selbstdarstellung."
Der Landtag hatte am Donnerstag einem Antrag von CSU und Freien Wählern mehrheitlich zugestimmt, der die Staatsregierung zur Einführung eines Uniformtages auffordert.
An ihm sollen Einsatzkräfte auf freiwilliger Basis und nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber in Uniform zur Arbeit kommen können.
Das Bayerische Rote Kreuz begrüßt zwar grundsätzlich das Anliegen, "das Engagement von Einsatzkräften sowie von ehrenamtlich Tätigen stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken" - sieht aber Probleme.
"Wer die Dienstbekleidung des Roten Kreuzes trägt, wird in der Öffentlichkeit unmittelbar als ansprechbare, handlungsfähige und zur Hilfe verpflichtete Einsatzkraft wahrgenommen", sagte der Sprecher.
Diese Erwartung an Handlungsfähigkeit könne an einem solchen Aktionstag aber nicht erfüllt werden. "An einem 'Uniformtag' wäre die Einsatzkraft zwar als solche erkennbar, mangels medizinischer Ausrüstung und notwendigen Einsatzmaterials jedoch nicht entsprechend handlungsfähig."
Titelfoto: Armin Weigel/dpa
