Frau bekommt zum dritten Mal Zwillinge: "Ist für mich jetzt nicht mehr so außergewöhnlich"

Von Irena Güttel

Fürth - Dass sie Zwillinge bekommen wird, ist für Jasmin Schmidt schon fast nicht mehr überraschend - immerhin ist es für sie bereits das dritte Mal in Folge.

Andreas Rittner (l.) und Jasmin Schmidt verlassen mit ihren vier Kindern das Klinikum Fürth. Die beiden Jungen sind etwa zweieinhalb Jahre alt, die Mädchen eineinhalb.
Andreas Rittner (l.) und Jasmin Schmidt verlassen mit ihren vier Kindern das Klinikum Fürth. Die beiden Jungen sind etwa zweieinhalb Jahre alt, die Mädchen eineinhalb.  © Daniel Löb/dpa

"Das ist für mich jetzt nicht mehr so außergewöhnlich", sagt die 36-Jährige aus Fürth in Bayern. Beim dritten Mal sei es für ihn das Normalste überhaupt, meint auch der werdende Vater Andreas Rittner. "Ich habe gar nicht gedacht, dass da eins kommt. Ich dachte sofort, das werden wieder zwei."

Anfang Juni sollen die beiden Mädchen auf die Welt kommen. Auf Jasmin Schmidt und Andreas Rittner kommt dann einiges zu. Denn die älteren Geschwister sind auch noch ziemlich klein. Die Zwillinge Daniel und Emilio wurden im Spätsommer 2023 geboren, die Zwillinge Simone und Anastacia im Spätsommer 2024. Er rechne mit noch mehr Arbeit, aber auch mit noch mehr Spaß, sagt Rittner. "Es ist auf jeden Fall ein sehr tolles Gefühl."

Für Familie Schmidt/Rittner mag es normal sein, für viele Menschen ist es dennoch unglaublich. Als das Paar mit den beiden Zwillingswagen an diesem Tag zur Vorsorgeuntersuchung ins Klinikum Fürth kommt, erntet es viele neugierige Blicke. "Zweimal Zwillinge?", fragt eine Besucherin auf der Geburtshilfe-Station ungläubig.

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Als sie hört, dass Jasmin Schmidt noch einmal doppeltes Glück erwartet, schüttelt sie fassungslos den Kopf. "Nein! Das ist ja echt selten."

Oberärztin erklärt: "Es ist eigentlich Zufall"

Jasmin Schmidt (l.) bekommt von Oberärztin Anja Forster eine Ultraschall-Untersuchung.
Jasmin Schmidt (l.) bekommt von Oberärztin Anja Forster eine Ultraschall-Untersuchung.  © Daniel Löb/dpa

Die Wahrscheinlichkeit für Zwillingsschwangerschaften hat nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Gründe dafür sind demnach, dass es mehr künstliche Befruchtungen gibt und die werdenden Mütter ein höheres Durchschnittsalter haben.

Dass eine Frau aber gleich dreimal in recht kurzem Abstand Zwillinge bekomme, das sei schon in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes, sagt Oberärztin Anja Forster vom Klinikum Fürth, die die Familie bereits zum dritten Mal betreut.

So richtig erklären könne sie es sich nicht, da es in keinem Fall eine künstliche Befruchtung gegeben habe. "Es ist eigentlich Zufall." In manchen Familien trete es gehäuft auf, dass bei den Frauen gleichzeitig mehrere Eizellen heranreiften, erläutert sie.

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Zurzeit muss Jasmin Schmidt zweimal die Woche für eine Eisen-Infusion ins Klinikum kommen. Eigentlich gehe es ihr gut, sagt sie. Nur manchmal sei ihr wegen des Eisenmangels etwas schwindelig. "Beim dritten Mal Zwillinge hat man schon körperliche Risiken", sagt Oberärztin Forster.

Zwillingsschwangerschaften mit erhöhten Risiken für Frau verbunden

Anja Forster, Oberärztin im Klinikum Fürth betreut die Familie.
Anja Forster, Oberärztin im Klinikum Fürth betreut die Familie.  © Daniel Löb/dpa

Ein Problem sei etwa, dass der Körper es nicht schaffe, Nährstoffe so schnell aufzunehmen, wie er sie an die Kinder wieder abgebe.

Bei Zwillingsschwangerschaften kann es laut der DGGG häufiger zu komplizierten Verläufen kommen. Dazu zählen Frühgeburten und Fehlbildungen. Außerdem haben die Schwangeren wegen der stärkeren körperlichen Belastung ein höheres Risiko für Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes, Blutarmut und eine Schwangerschaftsvergiftung.

Jasmin Schmidt sagt, sie habe sich immer viele Kinder gewünscht. Aus ihrer ersten Ehe hat sie bereits drei Kinder - keins davon war ein Zwilling. Im März werden sie und Andreas Rittner heiraten, ab dann wird die Familie nur noch Rittner heißen. Diesmal sollen die Zwillinge mit einem Kaiserschnitt zur Welt kommen, sagt Schmidt.

Doch vorher würde die Familie gerne in eine größere Wohnung umziehen. Bislang hatten sie bei der Suche aber kein Glück.

Titelfoto: Bildmontage: Daniel Löb/dpa (2)

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