Jobabbau im bayerischen Einzelhandel: "Es war kein gutes Jahr"

Von Christof Rührmair

München/Fürth - Der bayerische Einzelhandel hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Umsätze in den Geschäften stiegen zwar preisbereinigt um 0,8 Prozent an, die Beschäftigung sank allerdings um 0,4 Prozent, wie das Landesamt für Statistik mitteilt.

Stummer Verkünder einer Krise: Ein Schild mit der Aufschrift "Geschlossen! Danke an alle Kunden" hängt an der Tür eines Comic-Ladens in München.
Stummer Verkünder einer Krise: Ein Schild mit der Aufschrift "Geschlossen! Danke an alle Kunden" hängt an der Tür eines Comic-Ladens in München.  © Peter Kneffel/dpa

Im Dezember lag der Wert sogar ein ganzes Prozent unter dem Vorjahreswert.

Ein Jobabbau über ein ganzes Jahr sei sehr ungewöhnlich, betont Bernd Ohlmann, Geschäftsführer beim Handelsverband Bayern.

"Es war kein gutes Jahr - quer durch alle Branchen." Besonders hart habe es den Textil-Einzelhandel getroffen.

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"Auch viele Kleine hören auf, das Geschäftesterben geht weiter." Eine Ausnahme gibt es allerdings: Der Einzelhandel mit Lebensmitteln legte auch bei der Beschäftigung weiter leicht zu.

Die Erwartungen sind ebenfalls schwach. "Die Rahmenbedingungen sind so, dass man froh sein kann, wenn man sein Personal hält", sagt er. Ein Aufbau sei nicht zu erwarten, auch weil die Stimmung im Handel und in der Bevölkerung schlecht sei.

Zahlen für Gesamtbranche durch Sondereffekt verzerrt

Die Umsätze in den Geschäften stiegen zwar - preisbereinigt - um 0,8 Prozent an, doch für die Angestellten waren das dennoch keine guten Nachrichten. (Symbolfoto)
Die Umsätze in den Geschäften stiegen zwar - preisbereinigt - um 0,8 Prozent an, doch für die Angestellten waren das dennoch keine guten Nachrichten. (Symbolfoto)  © Mary Altaffer/AP/dpa

"Unsere Hoffnungen an die neue Bundesregierung sind enttäuscht worden", sagt Ohlmann. "Es gab schon ein paar positive Aspekte, aber wir hatten uns mehr erwartet." Gerade auch bei der Stimmung der Kunden.

Auch das Weihnachtsgeschäft war laut Ohlmann sehr enttäuschend. Die Umsätze im Dezember lagen laut Landesamt preisbereinigt zwar leicht über denen aus 2024, damals sei es aber "besonders schlecht gewesen", sagt er.

Die Zahlen für den Einzelhandel insgesamt, also inklusive Versand, Onlinehandel, Märkte und Verkaufsstände, sehen auf den ersten Blick zumindest beim Umsatz besser aus.

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Dort steht für das Gesamtjahr ein preisbereinigtes Plus von 6,4 Prozent. Die Zahl ist allerdings durch einen Sondereffekt nach oben verzerrt, auf den auch das Landesamt hinweist.

Hintergrund ist die Umstrukturierung eines großen Unternehmens im Bereich Internet- und Versandhandel im Sommer 2024. Mit den 2026er-Zahlen werden dann auch für die Branche insgesamt wieder Vergleiche sinnvoll.

Titelfoto: Mary Altaffer/AP/dpa

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