Rekord-Tiefstand: Gasspeicher in Bayern so leer wie nie

Von Marco Hadem

München - Wegen der Rekord-Tiefstände in den bayerischen Gasspeichern fordern die Grünen einen Bericht von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (55) im Landtag.

Eine Anzeige für Druck ist in der Anlage des Gasspeicher Wolfersberg, östlich von München, an einem der vielen Rohre zu sehen.  © Peter Kneffel/dpa

"Wir wollen wissen, wie die momentane Situation in Bayern ist und welche Maßnahmen die Staatsregierung ergreift, um langfristig Versorgungssicherheit zu schaffen und die teuren Gas-Abhängigkeiten zu reduzieren", sagte der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Martin Stümpfig, der dpa in München.

Es brauche Transparenz zur Versorgungslage und eine Strategie, wie die Staatsregierung Versorgungssicherheit schaffen und kostspielige Gas-Abhängigkeiten konsequent abbauen wolle.

Im bundesweiten Vergleich sind die bayerischen Erdgasspeicher derzeit besonders leer. "Die aktuell alarmierend niedrigen Füllstände der bayerischen Erdgasspeicher machen deutlich, wie verletzlich das fossile Energiesystem weiterhin ist. Der Füllstand von rund 20 Prozent liegt erheblich unter dem Niveau der Vorjahre", betonte Stümpfig. Im Vergleichszeitraum 2025 sanken die Speicherfüllstände um weitere 14 Prozent bis Ende März.

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Der Gasspeicher in Wolfersberg beinhaltete Ende Januar bereits nur noch fünf Prozent und steht damit kurz vor einem Leerstand. Ende Januar 2025 waren es noch 30 Prozent.

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Der Gasspeicher in Wolfersberg steht aktuell kurz vor einem Leerstand, kritisieren die Grünen in Bayern.  © Peter Kneffel/dpa

"Statt entschlossen gegenzusteuern, fehlt es sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene an wirksamen Maßnahmen zur Stabilisierung der Situation", sagte Stümpfig. Mit der Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026 durch die neue Bundesregierung sei ein zentrales Instrument zur Absicherung der Speicherbefüllung aufgegeben worden.

Es zeige sich, dass der freie Markt alleine die Versorgungssicherheit nicht sicherstellen könne. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) habe es versäumt, frühzeitig Gas einzukaufen und einzuspeichern. "Sie hat gepokert auf günstigere Gaspreise und verloren", betonte Stümpfig.

Die Folgen sind ein weiteres Leerlaufen der Gasspeicher und eine wachsende Abhängigkeit von importiertem Flüssiggas (LNG), so Stümpfig. "Diese Entwicklung steht im klaren Widerspruch zu den Zielen von Klimaschutz, Resilienz und echter Energieunabhängigkeit."

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Die Bundesnetzagentur sieht dagegen in den historisch niedrigen Füllständen keinen Grund zur Sorge. Über Pipelines oder LNG-Terminals würde weiterhin genug Gas in Deutschland ankommen. Diese Ansicht vertreten auch das Bundeswirtschaftsministerium und Hauschefin Reiche.

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