Trauriger Rekord: So viele Polizisten verletzt wie noch nie

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Von Britta Schultejans

München - Die Zahl der im Einsatz angegriffenen und verletzten Polizisten hat in Bayern einen neuen Höchststand erreicht.

Seit Jahren beklagen Polizisten eine zunehmende Gewaltbereitschaft, immer wieder werden Beamte im Dienst angegriffen und verletzt.
Seit Jahren beklagen Polizisten eine zunehmende Gewaltbereitschaft, immer wieder werden Beamte im Dienst angegriffen und verletzt.  © Daniel Vogl/dpa

Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums wurden im vergangenen Jahr insgesamt 3172 Beamte verletzt. Das sind so viele wie noch nie seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 2010.

Wie das Ministerium mitteilte, mussten 13 Polizistinnen und Polizisten schwer verletzt stationär behandelt werden. 

Die Zahl der Straftaten gegen Polizeibeamte ging insgesamt allerdings etwas zurück von 7384 im Jahr 2024 auf 7151 im Jahr 2025. Dabei machten Gewaltdelikte (4611 Fälle) den größten Teil aus, gefolgt von Beleidigungen (2118) und Bedrohungen (334).

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In allen Bereichen lagen die Zahlen für 2025 etwas unter denen von 2024. Sieben Fälle wurden laut Ministerium als versuchte Tötungsdelikte eingestuft, das sind zwei mehr als 2024.

Gewalt gegen Polizisten "deutlich intensiver und folgenschwerer"

Joachim Herrmann (69, CSU), Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration.
Joachim Herrmann (69, CSU), Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration.  © Peter Kneffel/dpa

"Die Zahl der Delikte und der Täter ist zwar rückläufig", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (69, CSU). "Gleichzeitig steigt aber die Zahl der verletzten Polizistinnen und Polizisten auf einen neuen Höchststand. Das zeigt: Die Gewalt gegen Einsatzkräfte geht heute von weniger Personen aus, ist aber offenbar deutlich intensiver und folgenschwerer."

Die Polizei erfasste insgesamt 5798 Tatverdächtige, 2024 waren es 5971. Das ist der niedrigste Stand seit 2015. 

In zehn Fällen hatten die Angreifer eine scharfe Schusswaffe dabei. In einem Fall wurde diese auch gegen Polizeikräfte eingesetzt. Hieb- und Stichwaffen wurden 149-mal mitgeführt und 17-mal gegen die Polizisten eingesetzt.

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Rund 82 Prozent der Tatverdächtigen waren den Angaben zufolge männlich, etwa 60 Prozent von ihnen standen während der Tat unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. 

Münchens Polizeipräsident Thomas Hampel hatte schon Ende 2025 eine deutliche Zunahme beklagt. Seinen Angaben zufolge verdoppelte sich die Zahl der jährlich bei Einsätzen verletzten Münchner Polizisten innerhalb von zehn Jahren von 300 auf 600.

Titelfoto: Daniel Vogl/dpa

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