Von Mia Bucher, Marlen Rothenburg
Berlin - Mpox, auch bekannt als Affenpocken, wird in Berlin zunehmend auch beim Sex zwischen Männern und Frauen übertragen. Zuletzt wurden mehrere Fälle im Umfeld sexpositiver Veranstaltungen für heterosexuelle und queere Menschen gemeldet.
Im August wurden bislang zwei Frauen mit Mpox gemeldet. Zudem infizierte sich ein Mann, der sich möglicherweise beim Sex mit einer Frau angesteckt hatte. Alle drei hätten sich vermutlich bei anonymen sexuellen Kontakten in Clubs oder zu Hause infiziert.
Dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) wurden in diesem Jahr insgesamt 156 Fälle gemeldet. Damit liegt die Zahl über dem Vorjahreszeitraum mit 144 Fällen und deutlich über dem Wert von 2024 mit 38 Fällen. Bundesweit registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) 375 Fälle. 98 Prozent der Betroffenen sind Männer.
In diesem Jahr wurden vier Mpox-Infektionen bei Frauen gemeldet. Zwar ist diese Zahl gering, auffällig ist jedoch die neue Dynamik, da die Fälle innerhalb kurzer Zeit auftraten.
Deutschlandweit sehe man derzeit keine ähnliche Entwicklung wie in Berlin, sagte RKI-Epidemiologe Klaus Jansen.
"Es macht uns große Sorge, dass Mpox in einen anderen Bereich von Personen vordringt, der bisher nicht betroffen schien und deshalb wenig geimpft und wenig informiert ist", sagte Claudia Ruscher vom Lageso.
Kondome schützen nicht vor der Krankheit
Mpox ist eine Viruserkrankung, die vor allem durch engen Körperkontakt übertragen wird. Besonders beim Sex besteht Ansteckungsgefahr – etwa durch Kontakt mit typischen Hautveränderungen wie Bläschen oder Schorf.
Diese können am ganzen Körper auftreten. Kondome bieten deshalb keinen ausreichenden Schutz. Auch eine Übertragung über Speichel ist möglich. Gegen Mpox gibt es eine Impfung.
Für Ungeimpfte kann eine Infektion schwerer verlaufen. Häufig kommt es zu Fieber und schmerzhaften Hautveränderungen. Viele Menschen außerhalb der bisherigen Risikogruppe wüssten wenig über Mpox und hielten die typischen Pusteln etwa für Rasierpickel, Mückenstiche oder Herpes.
Im Jahr 2022 hatte sich Mpox in Deutschland besonders stark verbreitet. Betroffen waren vor allem Männer, die Sex mit Männern und häufig wechselnde Sexualpartner haben.