Alarmierende Zahlen: Jetzt kommen neue Schutzplätze für Frauen
Von Andreas Rabenstein
Berlin - Nach mehr als 13.000 registrierten Fällen von Partnerschaftsgewalt baut Berlin sein Hilfsangebot aus und schafft zusätzliche Schutzplätze sowie mobile Beratungsangebote für betroffene Frauen und Kinder.
In diesem Sommer eröffnen nach Angaben des Senats das zehnte und elfte Frauenhaus. Dadurch kommen 27 Familienplätze mit 70 Betten für Frauen und Kinder zu dem bisherigen Angebot dazu.
Insgesamt verfügt Berlin dann über Platz für 430 Familien, das sind 945 Betten für Frauen und Kinder. Seit 2020 verdoppelte sich damit die Zahl der Familienplätze in den Frauenhäusern. Die Adressen dieser Häuser werden nicht genannt, um die Sicherheit der Frauen nicht zu gefährden und gewalttätige Männer fernzuhalten.
Zudem gibt es neue Beratungsstellen, die auch mobil unterwegs und Frauen vor Ort besonders in den Randbezirken helfen können.
"Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen", betonte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (50, SPD). Die aktuellen Zahlen zeigten, dass Schutz und Beratungen weiter ausgebaut werden müssten.
"Jede Frau, die von Gewalt betroffen ist, muss schnell und verlässlich Hilfe bekommen", so die Senatorin.
Gewaltzahlen bleiben alarmierend
Nach Angaben der Polizei und des Senats gab es 2025 mehr als 13.000 Opfer von Gewalt in Partnerschaften. 8652 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden erfasst und fast 1400 Vergewaltigungen. Die Polizei geht dabei von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Frauen, die Gewalt von Ehemännern oder Partnern erleben, sich nicht melden und auf Anzeigen verzichten.
Mehr als 45 Millionen Euro gibt Berlin in diesem Jahr für Gewaltschutz und zur Unterstützung von Frauen aus. 2027 sollen es 53,5 Millionen Euro sein, 10 Millionen Euro davon kommen vom Bund. Eines der neuen Frauenhäuser mit etwa 50 Betten kostet pro Jahr rund 1,5 Millionen Euro.
Titelfoto: Maja Hitij/dpa
